1 Jesus aber ging zum Ölberg. 2 Am frühen Morgen begab er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte sich und lehrte es. 3 Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau, die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die Mitte 4 und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch auf frischer Tat ertappt. 5 Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? 6 Mit diesen Worten wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen Grund zu haben, ihn anzuklagen. Jesus aber bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. 7 Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. 8 Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. 9 Als sie das gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand. 10 Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt? 11 Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!
«Her Music for Healing» © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Margaret Rizza
«Undefended Heart» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
«Undefended Heart» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
(Schauplatz gestalten)
Ich stehe am Rand des Tempelplatzes in Jerusalem, die Morgensonne taucht die Umgebung in warmes Licht, während Menschen sich langsam versammeln, um Jesus zu lauschen. Plötzlich wird die friedliche Atmosphäre von der lauten Ankunft der Schriftgelehrten und Pharisäer unterbrochen, die voller Eifer eine Frau zu Jesus zerren und sie in die Mitte stellen. Ich nehme die gespannte Stille wahr, als Jesus sich niederbeugt, mit dem Finger in den Sandbodenschreibt. Und stelle mir vor, wie es sich die Situation langsam entspannt, als einer nach dem anderen geht.
(Reflexionsfrage 1)
In welchen Situationen neige ich dazu, über andere zu urteilen, anstatt ihre Fehler mit Mitgefühl und Demut zu betrachten?
(Reflexionsfrage 2)
Wo lasse ich mich von der Meinung der Menge leiten, anstatt den Mut zu haben, Barmherzigkeit und Vergebung zu zeigen wie Jesus?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders darauf, wie Jesus den Konflikt löst.