







25 Viele Menschen begleiteten Jesus; da wandte er sich an sie und sagte: 26 Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein. 27 Wer nicht sein Kreuz trägt und hinter mir hergeht, der kann nicht mein Jünger sein. 28 Denn wenn einer von euch einen Turm bauen will, setzt er sich dann nicht zuerst hin und berechnet die Kosten, ob seine Mittel für das ganze Vorhaben ausreichen? 29 Sonst könnte es geschehen, dass er das Fundament, gelegt hat, dann aber den Bau nicht fertigstellen kann. Und alle, die es sehen, würden ihn verspotten 30 und sagen: Der da hat einen Bau begonnen und konnte ihn nicht zu Ende führen. 31 Oder wenn ein König gegen einen anderen in den Krieg zieht, setzt er sich dann nicht zuerst hin und überlegt, ob er sich mit seinen zehntausend Mann dem entgegenstellen kann, der mit zwanzigtausend gegen ihn anrückt? 32 Kann er es nicht, dann schickt er eine Gesandtschaft, solange der andere noch weit weg ist, und bittet um Frieden. 33 Ebenso kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet.
«Josma Rodrigues» © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Josma Rodrigues
«Undefended Heart» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
«All is Well» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
(Schauplatz gestalten)
Es ist Mittagszeit. Die Sonne steht hoch, der Marktplatz ist voller Leben. Stimmengewirr liegt in der Luft, Händler preisen ihre Waren an, Kinder laufen zwischen den Ständen umher. Der Duft von frischem Brot, Gewürzen und Obst vermischt sich mit dem Staub der Straße. Menschen drängen sich, schieben sich durch die Menge – und doch richtet sich ihre Aufmerksamkeit plötzlich auf einen Punkt am Rand des Geschehens. Jesus ist da. Wie ein Lauffeuer hat sich die Nachricht verbreitet. Neugierde liegt in den Gesichtern, Begeisterung, vielleicht auch Hoffnung. Alle wollen ihn sehen, hören, bei ihm sein. Er bleibt ruhig. Statt mitreißender Versprechen stellt er Fragen. Klare, ernste Worte: über Verzicht, Ausdauer, Standhaftigkeit. Über das, was es bedeutet, ihm wirklich zu folgen. Nicht für einen Moment – sondern für ein Leben. Allmählich wird es stiller. Das laute Durcheinander weicht einem nachdenklichen Schweigen. Manche blicken zu Boden, andere sehen einander fragend an. Einige wenden sich ab – die Geschäfte warten, der Alltag ruft. Andere bleiben stehen, versunken, berührt. Sie nicken leicht – nicht aus Zustimmung, sondern weil etwas in ihnen zum Klingen gekommen ist. So entsteht mitten in all dem Treiben ein stiller Raum. Ein Raum der Entscheidung. Ein Raum des Herzens.
(Reflexionsfrage 1)
Ohne zu werten, nehme ich wahr, wo ich in stehe. Ich beobachte, wohin sich mein Inneres bewegt, wenn ich diese Worte höre.
(Reflexionsfrage 2)
Wo kann ich einen überlegten Schritt auf Jesus zugehen, der mir entgegenkommt?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf die Lebensweisheit Jesu.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.