







25 Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, um Jesus auf die Probe zu stellen, und fragte ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu erben? 26 Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Was liest du? 27 Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele, mit deiner ganzen Kraft und deinem ganzen Denken, und deinen Nächsten wie dich selbst. 28 Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben! 29 Der Gesetzeslehrer wollte sich rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? 30 Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. 31 Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging vorüber. 32 Ebenso kam auch ein Levit zu der Stelle; er sah ihn und ging vorüber. 33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam zu ihm; er sah ihn und hatte Mitleid, 34 ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. 35 Und am nächsten Tag holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. 36 Wer von diesen dreien meinst du, ist dem der Nächste geworden, der von den Räubern überfallen wurde? 37 Der Gesetzeslehrer antwortete: Der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle du genauso!
+ Vater Unser
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«Taizé Instrumental (T701)» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
(Schauplatz gestalten)
Ich bin in der Fußgängerzone unterwegs und habe es eilig. Nur flüchtig nehme ich die Leute wahr, an denen ich vorübereile. In Gedanken gehe ich meine to-do-Liste durch.
Nun nehme ich innerlich Abstand von mir selbst, wie ich gerade die Straße entlang hetze. Ich schaue zurück. Jetzt sehe ich einen alten Menschen, der sich erschöpft auf seinen Rollator gesetzt hat. Eine Person schaut immer wieder nervös auf ihr Smartphone und dann auf die Straßennamen. Sie findet den Weg nicht. Jemand versucht vergeblich, ein paar Obdachlosenzeitungen zu verkaufen.
Was hätte geschehen können, wenn ich nicht an all diesen Leuten vorbeigelaufen wäre? Wenn ich für den einen oder die andere stehengeblieben wäre?
(Reflexionsfrage 1)
Wen sehe ich, ohne sie oder ihn richtig wahrzunehmen? Wem will ich heute meine besondere Aufmerksamkeit widmen?
(Reflexionsfrage 2)
Über allem steht die Frage: «Wie finde ich echtes Leben?» Ich finde es – so Jesus – durch eine offene Einstellung, die es mir ermöglicht, dort beizustehen, wo ich gebraucht werde. Wie offen bin ich für andere Menschen? Wie lässt mich diese Offenheit lebendig werden?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf die Offenheit und das Einfühlungsvermögen, mit dem Jesus dem Gesetzeslehrer begegnet.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.