







1 Und wieder begann Jesus, am Ufer des Sees zu lehren, und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. 2 Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: 3 Hört! Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen. 4 Als er säte, fiel ein Teil auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen es. 5 Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; 6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. 7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat und sie brachte keine Frucht. 8 Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, sechzigfach und hundertfach. 9 Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! 10 Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. 11 Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben; für die aber, die draußen sind, geschieht alles in Gleichnissen; 12 denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. 13 Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? 14 Der Sämann sät das Wort. 15 Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde. 16 Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; 17 aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. 18 Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: Sie hören es zwar, 19 aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es und es bleibt ohne Frucht. 20 Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, sechzigfach und hundertfach.
«Her Music for Simplicity» © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Margaret Rizza
«Salt of the Sound» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
«Taizé Instrumental 1» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
(Schauplatz gestalten)
Wieder spielt eine Begebenheit am See von Galiläa, im Evangelium sogar Meer, genannt. Es ist geschickt von Jesus: Um möglichst viele Menschen der großen Volksmenge, die herbeigeströmt ist, um ihn zu hören, erreichen zu können, nutzt er ein Boot, gleichsam als eine “Predigtkanzel” auf dem See. Seine Predigt scheint leicht. Sie ist aus dem Alltag der Zuhörenden gegriffen. Das fruchtbare Land um den See von Galiläa ist das Zuhause vieler Bauern. Die Arbeit eines Sämanns ist ihnen vertraut. Vielleicht ist überraschend mit welcher Großzügigkeit der Sämann an sein Werk geht. Er scheint gar nicht darauf zu achten, wohin das Saatgut fällt, ob auf guten, fruchtbaren Boden oder auf schlechten, steinigen, dornigen Boden, wo Wachstum nicht möglich ist. Die Jünger Jesu brauchen jedenfalls eine Nachhilfestunde und Jesus gewährt sie ihnen. Ich bleibe jedoch zunächst beim Bild des unbekümmerten Sämanns, der großzügig und schwungvoll sein Saatgut auswirft und lasse es auf mich wirken.
(Reflexionsfrage 1)
Der großzügige Sämann, ein Bild für Gott. Gott investiert großzügig in mich, er knausert nicht. Er will, dass ich Frucht bringe. Mein Wachstum ist ihm wichtiger als seine Verluste. Er investiert in mich, er wünscht mir einen reichen Ertrag, eine gute Ernte. Gott ist großzügig und wohlwollend, ich öffne mein Herz für diese Zusage und lasse die Worte in mir nachklingen: Gott, ist großzügig und wohlwollend.
(Reflexionsfrage 2)
Die Jünger beschäftigt die Frage, warum nicht alle zum Glauben finden, ob Unglaube gar der Wille Gottes sein kann? Nein, Unglaube ist gewiss nicht der Wille Gottes.! Doch Glauben wird nicht über eine wasserdichte Argumentation erzeugt. Er bleibt Geheimnis und Geschenk Gottes. Unsere Sorge muss nicht die Gewinnsteigerung Gottes sein, sondern das Staunen über das Geschenk des Glaubens und seine dankbare Annahme!
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf… die Worte Jesu: “Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes gegeben”. Gott traut mir Glauben zu! Ich nehme die Worte Jesu als ein Geschenk an.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.