







1 Darauf sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern 2 und sagte: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. 3 Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht. 4 Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, selber aber wollen sie keinen Finger rühren, um die Lasten zu bewegen. 5 Alles, was sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, 6 sie lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern und die Ehrensitze in den Synagogen 7 und wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt und die Leute sie Rabbi nennen. 8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. 9 Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. 10 Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. 11 Der Größte von euch soll euer Diener sein. 12 Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.
«Margaret Rizza (Instrumental)» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
(Schauplatz gestalten)
Ich stehe im schattigen Jerusalemer Tempelhof, umgeben vom dumpfen Klappern der Münzen der Wechsler und dem Rauch von Tieropfern, der schwer in der warmen Luft hängt, während mein Gewand gegen meine Beine streift. Die Menge drängt sich enger, als Jesu Stimme klar und durchdringend ertönt: „Sie reden nur, tun es aber nicht“ – seine Worte treffen mich wie ein kalter Wind, lassen meinen Magen sich zusammenziehen, und ich merke, wie mein Hals eng wird. Ringsum flüstern die Menschen, ihre Blicke wandern zu meinen breiten Gebetsriemen, und ich spüre die Last meiner eigenen Taten, schwer wie die Steine unter meinen Füßen. Doch als Jesus von Demut spricht, die größer macht als Erhöhung, berührt etwas mein Herz, eine Einladung, sich auf den Dienst an meinen Mitmenschen einzulassen. Mein Blick fällt auf die modrigen alten Pergamente, ich lasse die Kritik zu – vielleicht ist das mein nächster Schritt zum wahren Vater im Himmel.
(Reflexionsfrage 1)
Wo genieße ich das Ansehen anderer Menschen und stelle mich innerlich über andere?
(Reflexionsfrage 2)
Wo bin ich bereit wieder neu aufzubrechen, mein Ego und mich zurückzustellen im Dienst an der guten Sache?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf Jesus, der nicht nur Dienst einfordert, sondern selbst den Dienst an den Mitmenschen verkörpert.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.