







19 Es war einmal ein reicher Mann, der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag glanzvolle Feste feierte. 20 Vor der Tür des Reichen aber lag ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre war. 21 Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde und leckten an seinen Geschwüren. 22 Es geschah aber: Der Arme starb und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben. 23 In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte er auf und sah von Weitem Abraham und Lazarus in seinem Schoß. 24 Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir und schick Lazarus; er soll die Spitze seines Fingers ins Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große Qual in diesem Feuer. 25 Abraham erwiderte: Mein Kind, erinnere dich daran, dass du schon zu Lebzeiten deine Wohltaten erhalten hast, Lazarus dagegen nur Schlechtes. Jetzt wird er hier getröstet, du aber leidest große Qual. 26 Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte. 27 Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in das Haus meines Vaters! 28 Denn ich habe noch fünf Brüder. Er soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen. 29 Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf die sollen sie hören. 30 Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, aber wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren. 31 Darauf sagte Abraham zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.
«Ensemble Organum» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
«Taizé Instrumental 4» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Margaret Rizza (Instrumental)» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
(Schauplatz gestalten)
Ich lehne mich gegen einen hitzigen Felsen am Wegrand, der Staub von vorbeiziehenden Tieren mit ihren Lasten auf dem Rücken sitzt auf meinen bestickten Gewändern. Ich kaufe bei einem vorbeiziehenden Händler süße Feigen – der Duft von geröstetem Korn mischt sich mit dem Schweiß der Menschen. Jesu Stimme durchdringt das Gemurmel der Menge, als er von dem reichen Mann in Purpur erzählt, und ich grinse leicht in mich hinein. Aber dann spricht er von Lazarus, dessen Geschwüre die Hunde lecken, und ein bitterer Nachgeschmack der süßen Feige in meinem Mund bleibt auf meiner Zunge – heute morgen noch habe ich den Bettler vor meiner Tür abgewiesen, ohne einen Krümel zu geben. Als Jesus von der Qual in der Unterwelt redet, spüre ich, wie ich unwillkürlich nach meinem Geldbeutel unter dem Gewand greife, und ein kalter Schauer läuft mir den Rücken hinunter, obwohl die Sonne brennt.
(Reflexionsfrage 1)
Wo baue ich auf falsche, d.h. materielle Sicherheiten im Leben?
(Reflexionsfrage 2)
Wo kann ich mich befreien vom trügerischen Reichtum?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf Jesus, der auf den ersten Blick moralisch klingt, dahinter aber die Freiheit des Menschen ermöglichen will.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.