







1 Sechs Tage vor dem Paschafest kam Jesus nach Betanien, wo Lazarus war, den er von den Toten auferweckt hatte. 2 Dort bereiteten sie ihm ein Mahl; Marta bediente und Lazarus war unter denen, die mit Jesus bei Tisch waren. 3 Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihren Haaren. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt. 4 Doch einer von seinen Jüngern, Judas Iskariot, der ihn später auslieferte, sagte: 5 Warum hat man dieses Öl nicht für dreihundert Denare verkauft und den Erlös den Armen gegeben? 6 Das sagte er aber nicht, weil er ein Herz für die Armen gehabt hätte, sondern weil er ein Dieb war; er hatte nämlich die Kasse und veruntreute die Einkünfte. 7 Jesus jedoch sagte: Lass sie, damit sie es für den Tag meines Begräbnisses aufbewahrt! 8 Die Armen habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. 9 Eine große Menge der Juden hatte erfahren, dass Jesus dort war, und sie kamen, jedoch nicht nur um Jesu willen, sondern auch um Lazarus zu sehen, den er von den Toten auferweckt hatte. 10 Die Hohepriester aber beschlossen, auch Lazarus zu töten, 11 weil viele Juden seinetwegen hingingen und an Jesus glaubten.
«Soul's Desire» © Choir of St Sepulchre's London Choir of St Sepulchre's London
«Taizé Instrumental (T701)» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
(Schauplatz gestalten)
Ich sitze an einem gedeckten Tisch, gemeinsam mit Jesus und seinen Jüngern. Auch Maria, Marta und ihr Bruder Lazarus sind dabei – sie haben zum Essen geladen. Während Marta sich um das leibliche Wohl der Gäste kümmert, kniet Maria zu Jesu Füßen und salbt sie mit Öl.
Der Duft wohlriechenden Öls erreicht meine Nase und erfüllt den ganzen Raum. Mit ihren Haaren trocknet sie die Füße Jesu – zärtlich, liebe- und hingebungsvoll.
Mein Blick schweift durch die Runde: Ich sehe Marias Hingabe, Martas Fürsorge, die Verwunderung in den Augen der Jünger und den Ärger im Blick Judas’, der das Öl lieber verkaufen wollte. Wo bleibt mein Blick hängen?
(Reflexionsfrage 1)
Maria geht zärtlich und liebevoll mit Jesus um. Wie ist mein Verhältnis zu ihm? Wie nah mag ich ihm sein?
(Reflexionsfrage 2)
"Die Armen habt ihr immer bei euch” antwortet Jesus auf den unaufrichtigen Vorwurf von Judas. Welche Rolle spielen die Armen in meinem Leben? Wie nah mag ich ihnen sein?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf die unterschiedlichen Arten, mit denen Maria und Marta Jesus ihre Zuneigung und Wertschätzung ausdrücken.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.