







22 Am nächsten Tag stand die Menge am anderen Ufer des Sees; sie hatten gesehen, dass nur ein Boot dort gewesen war und dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass seine Jünger allein abgefahren waren. 23 Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. 24 Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. 25 Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? 26 Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. 27 Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. 28 Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? 29 Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.
«Margaret Rizza (Instrumental)» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
(Schauplatz gestalten)
Ich stehe am See. Der Wind geht über das Wasser. Die Oberfläche flirrt, als würde sie etwas suchen.
Um mich herum Menschen. Ihre Stimmen sind unruhig, wie Wellen, die keinen Halt finden.
Man hört darin Hunger. Nicht nur nach Brot – sondern nach Sicherheit,
nach Sinn, nach etwas, das bleibt, Wenn das Eigene zu brüchig geworden ist.
Jesus schaut sie an. Und ich merke: Sein Blick legt auch meine eigene Unruhe frei.
Er spricht vom Brot. Von Nahrung, die nicht vergeht. Nicht als Belehrung –
sondern wie eine Einladung, tiefer zu hören auf das, was mich wirklich nährt.
Vielleicht geht es gar nicht um schnelle Antworten. Vielleicht geht es darum,
mich von Gott finden zu lassen – mit meinem Hunger.
(Reflexionsfrage 1)
Wonach hungere ich im Moment – in meinem Alltag, in meinen Beziehungen,
in mir selbst?
Und was davon ist vielleicht eher eine schnelle Beruhigung als wirkliche Nahrung?
(Reflexionsfrage 2)
Was heißt für mich heute glauben? Mich halten lassen? Mich neu ausrichten?
Oder ein Stück loslassen – um wieder frei zu werden für das, was trägt?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf diesen Unterschied,
den Jesus anspricht: zwischen dem, was vergeht, und dem, was bleibt.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.