







1 Dies sprach Jesus. Und er erhob seine Augen zum Himmel und sagte: Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht! 2 Denn du hast ihm Macht über alle Menschen gegeben, damit er allen, die du ihm gegeben hast, ewiges Leben schenkt. 3 Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus. 4 Ich habe dich auf der Erde verherrlicht und das Werk zu Ende geführt, das du mir aufgetragen hast. 5 Jetzt verherrliche du mich, Vater, bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, bevor die Welt war! 6 Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie gehörten dir und du hast sie mir gegeben und sie haben dein Wort bewahrt. 7 Sie haben jetzt erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir ist. 8 Denn die Worte, die du mir gabst, habe ich ihnen gegeben und sie haben sie angenommen. Sie haben wahrhaftig erkannt, dass ich von dir ausgegangen bin, und sie sind zu dem Glauben gekommen, dass du mich gesandt hast. 9 Für sie bitte ich; nicht für die Welt bitte ich, sondern für alle, die du mir gegeben hast; denn sie gehören dir. 10 Alles, was mein ist, ist dein, und was dein ist, ist mein; in ihnen bin ich verherrlicht. 11 Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt und ich komme zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir!
«Soul's Desire» © Choir of St Sepulchre's London Choir of St Sepulchre's London
«Undefended Heart» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
(Schauplatz gestalten)
Nach den Abschiedsreden, in denen Jesus sich im Abendmahlssaal an seine Jünger wendet, beschreibt der Evangelist Johannes, wie sich Jesus im Gebet direkt an Gott Vater richtet. Bereits am Sonntag habe ich diesen Abschnitt vielleicht gehört. Ich stelle mir Jesus vor, der sich im Gebet an seinen Vater, an unseren Vater wendet. Wie er ruhig und innerlich gefasst spricht. Besonders achte ich auf die Stimmung im Raum, die sich verändert. Es geht nicht mehr um Lehre oder Vermittlung, sondern mit den Jüngern werde ich hineingenommen in die Beziehung Jesu zum Vater. Ich verweile beim betenden Jesus.
(Reflexionsfrage 1)
Immer wieder gebraucht Jesus das Wort “verherrlichen”. Welche Bilder und Assoziationen weckt dieses Wort?
(Reflexionsfrage 2)
Die Passion und die Kreuzung versteht der Evangelist Johannes als “verherrlichen” – hier scheint der österliche Glanz des Lebens schon durch. Wo finde ich die Spuren dieses Glanzes, dieser Herrlichkeit in meinem Leben?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf die Verbundenheit Jesu mit dem Vater.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.