







11 Und er zog nach Jerusalem hinein, in den Tempel; nachdem er sich alles angesehen hatte, ging er spät am Abend mit den Zwölf nach Betanien hinaus. 12 Als sie am nächsten Tag Betanien verließen, hatte er Hunger. 13 Da sah er von Weitem einen Feigenbaum mit Blättern und ging hin, um nach Früchten zu suchen. Aber er fand nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigenernte. 14 Da sagte er zu ihm: In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen. Und seine Jünger hörten es. 15 Dann kamen sie nach Jerusalem. Jesus ging in den Tempel und begann, die Händler und Käufer aus dem Tempel hinauszutreiben; er stieß die Tische der Geldwechsler und die Stände der Taubenhändler um 16 und ließ nicht zu, dass jemand irgendetwas durch den Tempelbezirk trug. 17 Er belehrte sie und sagte: Heißt es nicht in der Schrift: Mein Haus soll ein Haus des Gebetes für alle Völker genannt werden? Ihr aber habt daraus eine Räuberhöhle gemacht. 18 Die Hohepriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil das Volk außer sich war vor Staunen über seine Lehre. 19 Als es Abend wurde, verließ Jesus mit seinen Jüngern die Stadt. 20 Als sie am nächsten Morgen an dem Feigenbaum vorbeikamen, sahen sie, dass er bis zu den Wurzeln verdorrt war. 21 Da erinnerte sich Petrus und sagte zu Jesus: Rabbi, sieh doch, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. 22 Jesus sagte zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 23 Amen, ich sage euch: Wenn jemand zu diesem Berg sagt: Heb dich empor und stürz dich ins Meer! und wenn er in seinem Herzen nicht zweifelt, sondern glaubt, dass geschieht, was er sagt, dann wird es geschehen. 24 Darum sage ich euch: Alles, worum ihr betet und bittet - glaubt nur, dass ihr es schon erhalten habt, dann wird es euch zuteil. 25-26 Und wenn ihr beten wollt und ihr habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt.
«Christe Lux Mundi» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Dmitry Krasnoukhov» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
(Schauplatz gestalten)
Die Szene irritiert. Warum meint Jesus im Frühjahr Früchte an einem Baum zu finden, die doch erst im Frühsommer reifen. Ein zweiter Blick lohnt sich: Der Baum trägt Blätter, er ist – dem Anschein nach – fruchtbar. Erste unreife Früchte müssten sich bereits zeigen, nicht sehr schmackhaft, aber gut genug für den hungrigen Jesus. Nur – er findet nichts dergleichen an dem Baum. Die Blätter, das Äußerliche, trügt: der Baum trägt kein Versprechen auf echte Nahrung. So symbolisiert der Feigenbaum in Jesu Blick den Tempel – das Gebäude, die Liturgie, die äußere Form blüht. Nur unter dem Blätterdach gibt es kein Versprechen, das weiterführt, das Leben und Nahrung verspricht. Jesus fällt ein hartes Urteil: Dem Tempel fehlt die Frucht, der Glauben, das Gebet.
(Reflexionsfrage 1)
Was verbinde ich mit Früchten des Glaubens, in mir und in anderen. Wie schmecken sie, wie ist es, sie zu kosten?
(Reflexionsfrage 2)
Was verbinde ich mit einem Beten, das nährt - mich und die Welt. Was hilft mir, unterstützt mich, so zu beten.
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf Jesus Aufforderung an seine Jünger: “Habt Glauben an Gott.”
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.