







1 Jesus begann zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Ein Mann legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. 2 Als nun die Zeit dafür gekommen war, schickte er einen Knecht zu den Winzern, um bei ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs holen zu lassen. 3 Sie aber packten und prügelten ihn und jagten ihn mit leeren Händen fort. 4 Darauf schickte er einen anderen Knecht zu ihnen; und ihn schlugen sie auf den Kopf und entehrten ihn. 5 Als er einen dritten schickte, brachten sie ihn um. Ähnlich ging es vielen anderen; die einen wurden geprügelt, die andern umgebracht. 6 Schließlich blieb ihm nur noch einer: sein geliebter Sohn. Ihn sandte er als Letzten zu ihnen, denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. 7 Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, dann gehört sein Erbe uns. 8 Und sie packten ihn und brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus. 9 Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Winzer vernichten und den Weinberg anderen geben. 10 Habt ihr nicht das Schriftwort gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden; 11 vom Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar in unseren Augen? 12 Daraufhin hätten sie Jesus gern verhaften lassen; aber sie fürchteten die Menge. Denn sie hatten gemerkt, dass er mit diesem Gleichnis sie meinte. Da ließen sie ihn stehen und gingen weg.
«Ô toi, l'au-delà de tout» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Memoir of Solitude - Single» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Borrtex
(Schauplatz gestalten)
Ich stehe zwischen den anderen Zuhörern auf dem Marktplatz, als Jesus zu sprechen beginnt. Die Sonne steht hoch am Himmel. Jesus erzählt von einem Mann, der einen Weinberg anlegte. Als er von den Pächtern spricht, die einen Knecht nach dem anderen schlagen und töten, spüre ich, wie sich die Stimmung um mich herum verändert. Die Pharisäer neben mir werden merklich unruhiger. Jesus' Blick ruht fest auf ihnen, als er vom geliebten Sohn erzählt, den die Winzer ebenfalls töten. Ich höre jemanden scharf einatmen. Die Spannung ist greifbar, als Jesus fragt, was der Herr des Weinbergs wohl tun wird. Meine Hände werden schwitzig, denn ich verstehe plötzlich: Er spricht von sich selbst, von ihnen – und vielleicht auch von mir. Die religiösen Führer drängen sich teils verärgert teils wütend durch die Menge davon, während ich noch dastehe und die Tragweite seiner Worte zu begreifen versuche.
(Reflexionsfrage 1)
Erkenne ich, dass mir in der aufrichtigen Beziehung zu Jesus (dem geliebten Sohn) ein Weg zum göttlichen Vater offensteht?
(Reflexionsfrage 2)
Kann ich dieses Geschenk verantwortungsvoll in meinem Leben umsetzen zur Gestaltung meines alltäglichen “Weinbergs” im Engagement für andere?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf “Gabe” und die daraus resultierende “Aufgabe” mein Leben verantwortlich zu gestalten.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.