







1 In jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Kornfelder. Seine Jünger hatten Hunger; sie rissen Ähren ab und aßen davon. 2 Die Pharisäer sahen es und sagten zu ihm: Sieh her, deine Jünger tun etwas, das am Sabbat verboten ist. 3 Da sagte er zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren - 4 wie er in das Haus Gottes ging und wie sie die Schaubrote aßen, die weder er noch seine Begleiter, sondern nur die Priester essen durften? 5 Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen, ohne sich schuldig zu machen? 6 Ich sage euch: Hier ist Größeres als der Tempel. 7 Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt; 8 denn der Menschensohn ist Herr über den Sabbat.
«Laudate omnes gentes» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Sancta Camisia» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
(Schauplatz gestalten)
Es ist Sabbat. Die Welt liegt still. Kein Hämmern, kein Rufen, kein Knarren von Rädern. Ich gehe mit Jesus und den Jüngern auf einem schmalen Pfad durch die Kornfelder. Die Ähren stehen reif, und wenn ich mit der Hand darüber streife, spüre ich die rauen Körner unter den Fingern. Es riecht nach Humus. Die Sonne brennt, und in meinem Magen knurrt es. Einige der Jünger greifen im Gehen nach den Ähren, reiben sie zwischen den Handflächen und stecken sich die Körner in den Mund. Etwas abseits, am Rand des Feldes, stehen Männer mit verschränkten Armen und beobachten uns. Ihre Blicke sind verkniffen. Einer flüstert den anderen etwas zu.
(Reflexionsfrage 1)
Die Jünger haben Hunger und greifen nach den Ähren, obwohl es am Sabbat in der Regel verboten ist. Kenne ich Situationen, in denen das, was ein Mensch gerade braucht, und das, was die Regel vorschreibt, nicht zusammenpassen?
(Reflexionsfrage 2)
Am Rand des Feldes stehen Männer mit verschränkten Armen. Ertappe ich mich manchmal dabei, andere zu beurteilen, ohne zu fragen, warum sie tun, was sie tun?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf den Satz «Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer» und darauf, was er für mein Handeln bedeutet.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.