







1 In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn im Himmelreich der Größte? 2 Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte 3 und sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen. 4 Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte. 5 Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
11 Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
12 Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück, geht hin und sucht das verirrte? 13 Und wenn er es findet - Amen, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. 14 So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
«Christe Lux Mundi» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Undefended Heart» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
«Taizé Instrumental 3» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
(Schauplatz gestalten)
Die Jünger fragen nach Größe. Wer ist der Größte? Man hört darin nicht nur Neugier, sondern den alten Wunsch, den eigenen Platz zu sichern: gesehen werden, gelten, nicht übergangen werden. Jesus antwortet nicht mit einer Rangordnung. Er ruft ein Kind herbei und stellt es in die Mitte. Ein Kind, das nichts beweisen kann, nichts vorweisen muss, nicht durch Einfluss zählt. In diese Mitte stellt Jesus nicht Stärke, sondern Schutzbedürftigkeit. Dann spricht er von den Kleinen, die nicht verachtet werden dürfen, und von dem einen Schaf, das sich verirrt hat. Plötzlich geht es nicht mehr darum, wer oben steht. Es geht darum, wer verloren zu gehen droht - draußen in der Welt und vielleicht auch in uns selbst.
(Reflexionsfrage 1)
Wo versuche ich gerade, groß, sicher oder unangreifbar zu wirken - obwohl in mir etwas Kleines gesehen werden möchte?
(Reflexionsfrage 2)
Welchen Menschen oder welchen Anteil in mir habe ich innerlich schon fast abgeschrieben, obwohl Gott ihn sucht?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte darauf, wie Jesus ein Kind in die Mitte stellt und damit die Frage nach Größe verwandelt.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.