







3 Da kamen Pharisäer zu ihm, um ihn zu versuchen, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? 4 Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat 5 und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? 6 Sie sind also nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. 7 Sie sagten zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, der Frau eine Scheidungsurkunde zu geben und sie aus der Ehe zu entlassen? 8 Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch gestattet, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. 9 Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch. 10 Da sagten seine Jünger zu ihm: Wenn das Verhältnis des Mannes zur Frau so ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. 11 Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. 12 Denn manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer es erfassen kann, der erfasse es.
«Laudate omnes gentes» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Dmitry Krasnoukhov» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
(Schauplatz gestalten)
Die Frage der Pharisäer klingt sachlich. Das ist das Gefährliche an Fallen: Sie sehen oft aus wie Fragen. Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Jesus antwortet nicht auf der Ebene, auf der sie ihn festlegen wollen. Er geht zurück an den Anfang. Nicht zu einer Idee von Ehe, die man anderen wie einen Stein vor die Füße legt, sondern zur Würde des Menschen, der nicht verfügbar ist. Ein Mensch ist kein Gegenstand, den man behält, solange er passt, und weglegt, wenn er stört. Dann fällt das Wort Hartherzigkeit. Es meint nicht einfach das Scheitern. Menschen scheitern, manchmal ehrlich, manchmal unter Schmerzen. Hartherzigkeit beginnt dort, wo der andere nicht mehr gesehen wird. Nur noch als Last. Als Fall. Als Fehler im eigenen Leben. Darum ist diese Lesung kein Stein gegen Verwundete. Sie ist ein Schutzwort gegen die Kälte, mit der Menschen aus dem Blick geraten können.
(Reflexionsfrage 1)
Wo ist mein Herz hart geworden — vielleicht aus Enttäuschung, Verletzung oder Müdigkeit?
(Reflexionsfrage 2)
Welche Beziehung, welche Bindung oder welche Berufung braucht heute mehr Achtung vor der Würde des anderen — und vor meiner eigenen?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte darauf, wie Jesus die Frage nach Erlaubnis in eine Frage nach Herz, Würde und Treue verwandelt.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.