







33 Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer, der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land. 34 Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den Winzern, um seine Früchte holen zu lassen. 35 Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten sie, den andern brachten sie um, wieder einen anderen steinigten sie. 36 Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit ihnen machten sie es genauso. 37 Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor meinem Sohn werden sie Achtung haben. 38 Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn umbringen, damit wir sein Erbe in Besitz nehmen. 39 Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus und brachten ihn um. 40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt: Was wird er mit jenen Winzern tun? 41 Sie sagten zu ihm: Er wird diese bösen Menschen vernichten und den Weinberg an andere Winzer verpachten, die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist. 42 Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, / er ist zum Eckstein geworden; / vom Herrn ist das geschehen / und es ist wunderbar in unseren Augen? 43 Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die Früchte des Reiches Gottes bringt. 44 Und wer auf diesen Stein fällt, wird zerschellen; auf wen der Stein aber fällt, den wird er zermalmen.
«Ubi Caritas» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«All is Well» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
(Schauplatz gestalten)
Wäre ich Gutsbesitzer mit einem Weinberg: Wie groß, in welchen Farben und mit welchen Düften stelle ich ihn mir vor? In was für einer Gegend wäre er situiert? Und wie stelle ich mir seine reifen Früchte vor? Je schöner ich mir den Weinberg vorstellen kann, umso besser verstehe ich die Liebe und Sorge des Gutsbesitzers um ihn. Gleichzeitig stelle ich mir die Winzer vor, die diesen Weinberg gepachtet haben. Nun benehmen sie sich, als ob die Früchte darin ihnen allein gehören würden. Womöglich war das nicht von Anfang an so. Aber irgendwann kam das Gift des Egoismus in ihre Gruppe. Und plötzlich war man bereit, die Früchte mit Mitteln der Gewalt für sich zu beanspruchen. Ich stelle mir die Gruppe der gewalttätigen Winzer gegenüber dem Gutsherrn und seinen Knechten vor.
Ich überlege mir, mit welcher Kraft sie auf die Diener losgehen und wie wenig Gnade sie walten lassen. Und ich stelle mir vor, was der Gutsherr dabei empfinden muss.
(Reflexionsfrage 1)
Kenne ich Situationen, in denen ein egoistisches Verlangen auch in mir hochsteigt?
Oder Momente, wo ich anderen nicht das gab, was ihnen eigentlich zusteht?
(Reflexionsfrage 2)
Gebe ich im Alltag meinen Mitmenschen in dieser Welt immer das, was ihnen zusteht?
Gebe ich Gott in meinem Alltag das, was Gott zusteht?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf das, was mit dem Reich Gottes geschehen wird.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.