







14 Jesus trieb einen Dämon aus, der stumm war. Es geschah aber: Als der Dämon ausgefahren war, da konnte der Mann reden. Alle Leute staunten. 15 Einige von ihnen aber sagten: Mit Hilfe von Beelzebul, dem Herrscher der Dämonen, treibt er die Dämonen aus. 16 Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 17 Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes Reich, das in sich selbst gespalten ist, wird veröden und ein Haus ums andere stürzt ein. 18 Wenn also der Satan in sich selbst gespalten ist, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe. 19 Wenn ich aber die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben dann eure Söhne sie aus? Deswegen werden sie eure Richter sein. 20 Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger Gottes austreibe, dann ist das Reich Gottes schon zu euch gekommen. 21 Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht, ist sein Besitz sicher; 22 wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere seine ganze Rüstung, auf die er sich verlassen hat, und verteilt seine Beute. 23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
24 Wenn ein unreiner Geist aus dem Menschen ausfährt, durchwandert er wasserlose Gegenden, um eine Ruhestätte zu suchen, findet aber keine. Dann sagt er: Ich will in mein Haus zurückkehren, das ich verlassen habe. 25 Und er kommt und findet es sauber und geschmückt. 26 Dann geht er und holt sieben andere Geister, die noch schlimmer sind als er selbst. Sie ziehen dort ein und lassen sich nieder. Und die letzten Dinge jenes Menschen werden schlimmer sein als die ersten.
«Ave Generosa» © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Margaret Rizza
«Sancta Camisia» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Hans Christian
(Schauplatz gestalten)
Kaum sind die Worte Jesu über wandernde, unreine Geister verklungen, wird mir bewusst, wie schnell sie Wirklichkeit werden können. Ich stelle mir vor, wie ich aus dem Gottesdienst komme. Das Wort Gottes, der Gesang, das Gebet, der Empfang des Sakraments, die Gemeinschaft; ein Gefühl, für einen Moment das Göttliche wirklich berührt zu haben. Froh und inspiriert gehe ich durch die Straße. Doch da fällt es mir ein: Die Predigt hat wieder über fünfzehn Minuten gedauert. Die Kantorin, überlege ich, war auch schon einmal reiner im Ton. Und die Ministranten: Zu meiner Zeit hätte man so lange geübt, bis die Abläufe saßen. Auch die Organistin, denke ich mir, könnte etwas mehr üben. Ein ganzes Paket kritischer Gedanken hat sich angesammelt, kaum dass ich die Kirchentür hinter mir geschlossen habe. Und die fröhliche, inspirierte Stimmung ist bereits einer stillen Abrechnung gewichen. Und sie gleichen Dämonen, die mein Herz in Besitz nehmen.
(Reflexionsfrage 1)
Wie rasch lasse ich mich von negativen Gedanken und Beurteilungen in Besitz nehmen?
(Reflexionsfrage 2)
Wie gelingt es mir im Alltag, mit Negativität, übermäßiger Kritik oder oberflächlichen Beurteilungen umzugehen, sei es von mir selbst oder von anderen?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf das Verhalten der unreinen Geister.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.