







1 Jesus antwortete und erzählte ihnen ein anderes Gleichnis: 2 Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem König, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 3 Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen. 4 Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt den Eingeladenen: Siehe, mein Mahl ist fertig, meine Ochsen und das Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit! 5 Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf seinen Acker, der andere in seinen Laden, 6 wieder andere fielen über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um. 7 Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen. 8 Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet, aber die Gäste waren nicht würdig. 9 Geht also an die Kreuzungen der Straßen und ladet alle, die ihr trefft, zur Hochzeit ein! 10 Die Diener gingen auf die Straßen hinaus und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. 11 Als der König eintrat, um sich die Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Menschen, der kein Hochzeitsgewand anhatte. 12 Er sagte zu ihm: Freund, wie bist du hier ohne Hochzeitsgewand hereingekommen? Der aber blieb stumm. 13 Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein. 14 Denn viele sind gerufen, wenige aber auserwählt.
«Christe Lux Mundi» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
(Schauplatz gestalten)
Mitten in der Menge steht Jesus, umringt von den angespannten Blicken der Hohenpriester. Als er zu sprechen beginnt, legt sich Stille über den staubigen Platz, und seine klare Stimme übertönt die Alltagsgeräusche.
Jesus erzählt vom Hochzeitsmahl eines Königs für seinen Sohn, und unwillkürlich steigen in mir Bilder von Musik, Tanz und festlichen Speisen auf. Doch der tiefe Ernst in seiner Stimme lässt keinen Raum für Feierstimmung; es liegt eine greifbare Schwere in der Luft.
Ich beobachte, wie sich die Mienen der Schriftgelehrten verfinstern, denn die Erzählung trifft unmissverständlich sie.
In Jesu Augen liegt auch eine stille Traurigkeit – fast so, als wüsste er, dass ihn diese Worte bald das Leben kosten werden. Als er davon spricht, dass nun die einfachen Leute von den Straßen an den Tisch gerufen werden, läuft mir ein leiser Schauer über den Rücken.
Ich spüre: Diese ernste, dringende Einladung gilt genau mir, hier im Staub des Tempels.
(Reflexionsfrage 1)
Wie stelle ich mir Gottes persönliche Einladung an mich vor und wie sieht für mich das Reich Gottes aus?
(Reflexionsfrage 2)
Was hält mich in meinem Leben aktuell davon ab und welchen kleinen Schritt kann ich heute tun, um mich mehr auf seine Einladung einzulassen?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf die Aussage, dass die Gäste nicht zur Hochzeit kommen wollten.
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.