







37 Nach dieser Rede lud ein Pharisäer Jesus ein, bei ihm zu essen. Jesus ging zu ihm und begab sich zu Tisch. 38 Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert. 39 Da sagte der Herr zu ihm: O ihr Pharisäer! Ihr haltet zwar Becher und Teller außen sauber, innen aber seid ihr voll Raffsucht und Bosheit. 40 Ihr Unverständigen! Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen? 41 Gebt lieber als Almosen, was ihr habt; und siehe, alles ist für euch rein.
«In Spem Contra Spem» © Creative Commons mit freundlicher Genehmigung der Künstler
«Taizé Instrumental (T701)» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
(Schauplatz gestalten)
Ich lehne im Schatten des Speiseraums, der Geruch von frischem Brot und Kräutern liegt angenehm in der Luft, als Jesus sich zum Tisch begibt. Ein wenig Licht fällt in den ansonsten angenehm kühlen und schattigen Raum. Die sorgfältig gespülten Becher und Teller des Gastgebers glänzen. Eigentlich erwartet man das rituelle Händewaschen vor dem Mahl, doch Jesus setzt sich einfach, als hätte er die Wasserkrüge am Eingang gar nicht bemerkt.
Ich fange den ungläubigen Blick des Pharisäers ein; seine Verwunderung über diesen Bruch der Ordnung lässt es still werden im Raum. Noch bevor wir das erste Brot brechen und kosten können, ergreift Jesus das Wort, und seine Stimme klingt ruhig, aber von einer unerwarteten Schärfe. Er redet von sauberen Bechern außen und Bosheit innen, und fast unwillkürlich senke ich den Blick auf die makellosen Teller vor mir. Der warme Duft der Speisen vermischt sich mit einer sicht- und spürbaren Anspannung der anderen Gäste am Tisch. Jesus fordert nicht äußeren Glanz und kein äußeres Waschen, sondern dass wir uns selbst, unser Inneres als Almosen geben – und seine Worte hallen in mir nach – als würde etwas neu in mir deutlich werden.
(Reflexionsfrage 1)
Wo merke ich bei mir die Gefahr, vor anderen Menschen und vor Gott mehr auf das „Äußere“ zu achten als auf mein Herz?
(Reflexionsfrage 2)
Wie rein ist mein eigenes Herz unter der Oberfläche und wie lauter sind meine eigenen Absichten?
(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf den Vers: „Hat nicht der Herr auch das Innere geschaffen?“
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.