





«Josma Rodrigues» © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Josma Rodrigues
«Salt of the Sound» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
«Salt of the Sound» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
Im April bittet der Heilige Vater besonders für Priester in Krisen. Wir beten für die Priester, die mit Momenten der Krise in ihrer Berufung kämpfen, dass sie die ihnen nötige Begleitung finden und dass die Gemeinschaften sie mit Verständnis und Gebet unterstützen.
Bei einer Begegnung mit Priester aus der Diözese Rom sagte Papst Leo im Februar 2026:
“Wir sind in den Strom der Tradition nicht nur als passive Ausführende einer bereits festgelegten Pastoral eingefügt, sondern vielmehr sind wir mit unserer Kreativität und unseren Charismen berufen, am Werk Gottes mitzuwirken. In diesem Zusammenhang sind die Worte des Apostels Paulus an Timotheus aufschlussreich: »Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir zuteilgeworden ist!« (2 Tim 1,6). Diese Worte richten sich nicht nur an den Einzelnen, sondern auch an die Gemeinschaft, und heute dürfen wir sie als an uns gerichtet hören: Kirche von Rom, erinnere dich, die Gabe Gottes neu zu entfachen!
Was bedeutet es, neu zu entfachen? Paulus richtet diese Ermahnung an eine Gemeinschaft, die in gewisser Weise die Frische des Anfangs und den pastoralen Schwung verloren hat. Mit dem Wandel der Umstände und dem Fortschreiten der Zeit zeigen sich eine gewisse Müdigkeit, manche Enttäuschungen oder Frustrationen, ein gewisser geistlicher und moralischer Verfall. Und so sagt der Apostel zu Timotheus und der Gemeinschaft: Erinnere dich, die Gabe, die du empfangen hast, neu zu entfachen. Das von Paulus gebrauchte Verb »entfachen« ruft das Bild der Glut unter der Asche hervor und, wie Papst Franziskus sagte, »vermittelt das Bild von jemandem, der auf das Feuer bläst, um seine Flamme zu entfachen«.
Das Feuer ist entzündet, doch immer wieder muss es neu entfacht werden.
Das entzündete Feuer ist das unwiderrufliche Geschenk, das der Herr uns gemacht hat. Es ist der Geist, der den Weg unserer Kirche gezeichnet hat, die Geschichte und die Tradition, die wir empfangen haben, und all das, was wir in unseren Gemeinschaften gewöhnlich weitertragen. Zugleich müssen wir in Demut eingestehen, dass die Flamme dieses Feuers nicht immer dieselbe Lebendigkeit bewahrt und neu angefacht werden muss. Unter dem Druck rascher kultureller Veränderungen und den Szenarien, in denen sich unsere Sendung vollzieht, bisweilen erfasst von Müdigkeit und der Last der Routine oder entmutigt durch die zunehmende Entfremdung gegenüber Glaube und religiöser Praxis, spüren wir, dass dieses Feuer genährt und neu entfacht werden muss.
Und im Blick auf das jugendliche Alter möchte ich ein Wort der Ermutigung an die jüngeren Priester richten – ihr seid es ja fast alle, nicht wahr? –, die am eigenen Leib die Potenziale und Mühen ihrer Generation und dieser Zeit erfahren. In einem schwierigeren und weniger anerkennenden sozialen und kirchlichen Umfeld besteht die Gefahr, die eigenen Kräfte rasch zu erschöpfen, Frustration anzusammeln und in Einsamkeit zu geraten. Ich ermutige euch zu täglicher Treue in der Beziehung zum Herrn und dazu, mit Begeisterung zu arbeiten, auch wenn ihr die Früchte des Apostolats noch nicht seht.
Vor allem lade ich euch ein, euch niemals in euch selbst zu verschließen: Habt keine Angst, euch auszutauschen – auch über eure Müdigkeit und eure Krisen –, besonders mit jenen Mitbrüdern, von denen ihr glaubt, dass sie euch helfen können. Von uns allen wird selbstverständlich eine Haltung des Zuhörens und der Aufmerksamkeit erwartet, durch die wir die priesterliche Brüderlichkeit konkret leben. Begleiten und unterstützen wir uns gegenseitig.”
Einige Fragen zu den Haltungen im Alltag
Der Papst betont die Notwendigkeit, sich mit anderen auszutauschen, auch über das, was mich entmutigt, müde macht, Auslöser für eine Krise sein kann. Bin ich bereit über das zu sprechen, was mir schwerfällt? Kann ich zuhören, wenn sich jemand mir gegenüber öffnet? Bin ich bereit, auch meinen Seelsorgern und Priestern ein offenes Ohr zu schenken, sie auf ihrem Weg empathisch und betend zu begleiten? Oder stelle ich manchmal zu hohe, unerreichbare Erwartungen an sie?
Im April beten wir mit Papst Leo für Priester in Krisensituationen. Ich nehme mir einen Moment, um die Namen und Gesichter der Priester, die mir in meinem Leben begegnet sind, ins Gedächtnis zu rufen. Ich bete für die Priester in meiner Gemeinde, vor allem auch für jene, die selbst an Grenzen kommen, ermüdet sind und mein Gebet brauchen.
Um auch im Alltag in der Verbindung zu Gott zu bleiben und das Gebetsanliegen des Papstes wachzuhalten, kann mir die App Click To Pray eine Hilfe sein.
Zum Abschluss meines Gebetes bete ich das Gebet des Monats.
Gebet des Monats
Herr Jesus,
guter Hirt und Weggefährte,
heute legen wir alle Priester in deine Hände,
besonders jene, die Zeiten der Krise durchleben,
wenn die Einsamkeit schwer wiegt, die Zweifel den Blick verdunkeln
und die Müdigkeit stärker scheint als die Hoffnung.
Du, der du ihre Kämpfe und Wunden kennst,
erneuere in ihnen die Gewissheit deiner bedingungslosen Liebe.
Lass sie spüren, dass sie weder Funktionäre noch einsame Helden sind,
sondern geliebte Söhne, demütige und geschätzte Jünger
und Hirten, getragen vom Gebet deines Volkes.
Gütiger Vater,
lehre uns als Gemeinschaft, für unsere Priester zu sorgen:
sie anzuhören, ohne zu verurteilen,
dankbar zu sein, ohne Perfektion zu erwarten,
mit ihnen die Taufberufung zu teilen,
dein Reich mit Worten und Taten zu verkünden,
und sie mit Nähe und aufrichtigem Gebet zu begleiten.
Lass uns jene stützen, die so oft uns stützen.
Heiliger Geist,
entfache in unseren Priestern die Freude des Evangeliums.
Schenke ihnen gesunde Freundschaften, Netze geschwisterlicher Unterstützung,
Sinn für Humor, wenn Dinge nicht so gelingen, wie erwartet,
und die Gnade, immer wieder die Schönheit ihrer Berufung neu zu entdecken.
Mögen sie niemals das Vertrauen auf dich verlieren
noch die Freude, deiner Kirche mit einem demütigen und großzügigen Herzen zu dienen.
Amen.