





«Mane nobiscum» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Taizé Instrumental 4» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
Verbunden mit dem Weltweiten Gebetsnetzwerk des Papstes und allen Menschen, die einfach beten, beginne ich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Im Mai bittet der Heilige Vater besonders für eine Ernährung für alle. Wir beten, dass sich alle, von den großen Erzeugern bis zu den kleinen Verbrauchern, dafür einsetzen, die Vergeudung von Lebensmitteln zu vermeiden, und dass jede Person Zugang zu einer qualitätsvollen Nahrung hat.
Auszug aus einer Ansprache des Papstes
An die Teilnehmer der 44. Sitzung der Konferenz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) richtete Papst Leo am 30. Juni 2025 folgende Worte:
“Die Kirche ermutigt alle Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, dem Skandal des Hungers in der Welt ein Ende zu setzen. Sie tut das, indem sie sich die Empfindungen ihres Herrn, Jesus, zu eigen macht, der – wie die Evangelien berichten – als er eine große Menge Menschen zu ihm kommen sah, um sein Wort zu hören, als erstes sich darum kümmerte, ihnen zu essen zu geben. Er bat die Jünger, sich darum zu kümmern und segnete deren unternommene Anstrengungen überreich. Wenn wir den Bericht lesen, der allgemein als die »Brotvermehrung« bezeichnet wird, merken wir, dass das wahre Wunder, das Christus vollbracht hat, jedoch darin bestand, deutlich zu machen, dass der Schlüssel, um den Hunger zu besiegen, mehr im Teilen als im gierigen Anhäufen liegt. Das ist etwas, was wir heute vielleicht vergessen haben, denn obgleich wichtige Schritte unternommen worden sind, verschlechtert sich die weltweite Ernährungssicherheit weiterhin, was es immer unwahrscheinlicher macht, das Ziel »Kein Hunger« der Agenda 2030 zu erreichen. Das bedeutet, dass wir von der Erfüllung des Auftrags, der 1945 diese zwischenstaatliche Einrichtung ins Leben gerufen hat, weit entfernt sind.
Es gibt Menschen, die grausam leiden und sich danach sehnen, ihre vielen Nöte gestillt zu sehen. Wir wissen gut, dass sie diese allein nicht stillen können. Die anhaltende Tragödie des Hungers und der weit verbreiteten Mangelernährung, die heute in vielen Ländern fortbesteht, ist umso trauriger und beschämender, wenn wir uns bewusst machen, dass die Erde zwar in der Lage ist, genügend Nahrungsmittel für alle Menschen zu produzieren und es internationale Verpflichtungen zur Ernährungssicherheit gibt, dennoch leider viele Arme dieser Welt weiterhin nicht unser tägliches Brot haben.
Andererseits stehen wir heute fassungslos dem Missbrauch des Hungers als Kriegswaffe gegenüber. Die Bevölkerung verhungern zu lassen, ist eine sehr billige Weise, Krieg zu führen. […] Es wäre ein fataler Irrtum, die durch Jahre des Egoismus und der Oberflächlichkeit verursachten Wunden nicht zu heilen. […] Die Nahrungssysteme haben einen großen Einfluss auf den Klimawandel und umgekehrt. Die von den Naturkatastrophen und vom Verlust der Biodiversität hervorgerufene soziale Ungerechtigkeit muss umgekehrt werden, um einen gerechten ökologischen Wandel zu verwirklichen, der die Umwelt und die Menschen in den Mittelpunkt stellt. […] Es genügt nicht, Lebensmittel zu produzieren, sondern es ist auch wichtig zu garantieren, dass die Nahrungssysteme nachhaltig sind und gesunde und für alle zugängliche Ernährungsformen liefern. Es geht also darum, unsere Nahrungssysteme zu überdenken und zu erneuern, in einer solidarischen Perspektive, indem wir die Logik der wilden Ausbeutung der Schöpfung überwinden und unser Bemühen besser darauf ausrichten, die Umwelt und ihre Ressourcen zu pflegen und zu bewahren, um die Ernährungssicherheit zu garantieren und uns auf eine ausreichende und gesunde Ernährung für alle zuzubewegen.”