





«Fire of Love» © mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin Margaret Rizza
«Margaret Rizza (Instrumental)» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
«Margaret Rizza (Instrumental)» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
«Cristóbal Fones, SJ» © Creative Commons mit freundlicher Genehmigung der Künstler
Gebetsanliegen des Papstes im Oktober
Verbunden mit dem Weltweiten Gebetsnetzwerk des Papstes und allen Menschen, die einfach beten, beginne ich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Im Oktober bittet der Heilige Vater besonders für die Pastoral der mentalen Gesundheit.
Wir beten, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.
Auszug aus einer Ansprache des Papstes
An die Teilnehmer der Konferenz “Wer ist heute mein Nächster?” richtete Papst Leo am 18. März 2026 folgende Worte:
“[Es ist] dringend notwendig, den Blick auch auf die geistige Gesundheit der Menschen zu richten, insbesondere der Jugendlichen, denn die unsichtbaren Wunden der Psyche sind nicht weniger belastend als die sichtbaren Wunden.
Gesundheit darf kein Luxus für wenige sein, sondern ist eine Grundvoraussetzung für den sozialen Frieden. Eine allgemeine Gesundheitsversorgung ist nicht nur ein technisches Ziel, das es zu erreichen gilt, sondern vor allem eine moralische Verpflichtung für Gesellschaften, die sich als gerecht bezeichnen wollen. Gesundheitsschutz und medizinische Versorgung müssen für die Schwächsten zugänglich sein, denn dies gebietet ihre Würde, und auch, um zu verhindern, dass eine Ungerechtigkeit zum Keim für Konflikte wird.
Die dem Lukasevangelium entnommene Frage, die beim Thema dieser Konferenz im Mittelpunkt steht, geht alle an, aber nicht um sich zu rechtfertigen, wie dies der Gesetzeslehrer tut, sondern um sich selbst wirklich hinterfragen zu lassen. Es ist eine stets aktuelle Frage, auf die es keine einheitliche Antwort gibt, sondern die von jedem Einzelnen eine konkrete, präzise Beantwortung verlangt. Daher können wir uns fragen: Wer ist für mich, in diesem Augenblick meines Lebens, der Nächste? Je nach den verschiedenen Situationen, in denen wir leben, wird es unterschiedliche Antworten geben. Was sich nicht ändert, das ist die Aufforderung, auf den anderen zuzugehen, vor allem auf den Leidenden.
Im Buch Genesis finden wir eine ähnliche Fragestellung: »Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist Abel, dein Bruder? Er entgegnete: Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?« (4,9). Im Gleichnis vom barmherzigen Samariter finden wir die Antwort: Ja, du bist der Hüter deines Bruders, weil du berufen bist, seine Menschlichkeit zu hüten.
Der heilige Augustinus sagt, dass »unser Gott und Herr unser Nächster heißen wollte. Denn Jesus Christus, der Herr, bezeichnet sich selbst als jenen [barmherzigen Samariter], der dem halbtot Daliegenden zu Hilfe kam, als er auf dem Weg von Räubern verwundet und liegen gelassen worden war«.
In der Enzyklika Fratelli tutti unterstreicht Papst Franziskus die Rolle der Räuber, die den Reisenden verletzt hatten. Er erinnert uns daran, dass »die ›Straßenräuber‹ für gewöhnlich als geheime Verbündete jene haben, die ›die Straße entlang-gehen und auf die andere Seite schauen‹«. Distanz, Ablenkung und die Gewöhnung an den Anblick der Gewalt und des Leids anderer Menschen treiben uns in die Gleichgültigkeit. Jeder Mann und jede Frau ist insbesondere als Christ aufgerufen, seinen Blick auf die Leidenden zu richten, auf den Schmerz einsamer Menschen, auf all jene, die aus verschiedenen Gründen ausgegrenzt und als »Ausschuss-ware« betrachtet werden, denn ohne sie können wir keine gerechte und auf den Menschen zugeschnittene Gesellschaft aufbauen.
Es ist eine Illusion zu meinen, es sei leichter, ein glückliches Leben zu erreichen, wenn man diese Brüder und Schwestern ignoriert. Nur gemeinsam können wir solidarische Gemeinschaften aufbauen, die in der Lage sind, sich aller Menschen anzunehmen, und in denen zum Nutzen aller Wohlstand und Frieden Fortschritte machen. Für die Menschlichkeit anderer Sorge zu tragen, ist eine Hilfe, um die eigene Menschlichkeit zu leben.
Liebe Brüder und Schwestern, die Kirche »hat eine öffentliche Rolle, die sich nicht in ihrem Einsatz in der Fürsorge oder der Erziehung erschöpft«, sondern die immer »im Dienst der Förderung des Menschen und der weltweiten Geschwisterlichkeit«(2) steht. Ich bekräftige daher meinen Wunsch, der zugleich eine Aufforderung ist, dass »diese geschwisterliche, ›samaritanische‹, integrative, mutige, engagierte und solidarische Dimension, die ihre tiefste Wurzel in unserer Vereinigung mit Gott im Glauben an Jesus Christus hat, in unserer christlichen Lebensweise niemals fehlen möge«
Innere Leiden führt oft zu Isolation, Schweigen oder Angst. Wo gelingt es mir, Brücken der Fürsorge, der Hoffnung und Aufmerksamkeit zu meinen Mitmenschen zu bauen: ein freundliches Wort, ein offenes Ohr, ein stilles Gebet?
Bin ich Teil einer Kirche, die versucht, alle Menschen anzunehmen, zu verstehen und zu begleiten?
Ist die Gemeinschaft, zu der ich gehöre, einladend und offen für Andere? Bereits diese Haltung kann Medizin für die Seele sein.
Im Oktober beten wir mit Papst Leo, dass sich die Pastoral der mentalen Gesundheit in der ganzen Kirche integriert, so dass sie zur Überwindung der Stigmatisierung und der Diskriminierung von Personen mit mentalen Erkrankungen hilft.
Ich nehme mir einen Augenblick, um mir die Menschen zu vergegenwärtigen, die für mich ein offenes Ohr, ein tröstendes Wort, ein stilles Gebet haben, wenn ich traurig bin, mich einsam fühle oder einfach überfordert bin.
Ich erinnere mich an die Menschen, die sich um andere Sorgen, für sie da sind. Ich bete um Hoffnung und Verständnis für alle, die unter psychischen Belastungen leiden.
Um auch im Alltag in der Verbindung zu Gott zu bleiben und das Gebetsanliegen des Papstes wachzuhalten, kann mir die App Click To Pray eine Hilfe sein. Zum Abschluss meines Gebetes bete ich das Gebet des Monats.
Gebet des Monats
Gott des Lebens,
Du kennst das Innerste unseres Herzens,
das Licht und die Schatten, die in uns wohnen,
die stillen Wunden, die oft niemand sieht.
Heute bringen wir Dir unsere Brüder und Schwestern,
die mit Schwierigkeiten und Belastungen ihrer psychischen Gesundheit leben,
die in Einsamkeit unter Angst, Depression oder einer anderen psychischen Erkrankung leiden.
Du rufst sie beim Namen, mit Zärtlichkeit,
und in Dir finden sie Würde und Hoffnung.
Vergib uns, wo wir weggeschaut haben,
wo wir Stigmatisierung und Diskriminierung gegenüber Menschen mit psychischen Erkrankungen verstärkt haben.
Mach Deine Kirche zu einem offenen Haus,
zu einem sicheren Ort, an dem alle Platz haben,
zu einer Gemeinschaft, die begleitet und nicht ausschließt,
die ohne zu urteilen zuhört und sich ohne Angst nähert.
Wir bitten Dich, Herr, für alle, die begleiten:
für Fachkräfte, Angehörige und Freiwillige,
für Männer und Frauen, die mit Geduld und Liebe
Brücken des Verständnisses und des Trostes bauen.
Schenke ihnen Kraft und Mitgefühl, um zu tragen.
Sende Deinen Geist auf uns herab,
damit wir lernen, die Sorge um die psychische Gesundheit anzunehmen
und in das Leben und die Sendung unserer Gemeinschaften und der ganzen Kirche zu integrieren,
und so zu einem lebendigen Zeichen Deiner Barmherzigkeit werden,
die niemals verlässt und immer wieder aufrichtet. Amen.