





«Laudamus Te» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
«Passo-a-rezar» © Mit freundlicher Genehmigung Mit freundlicher Genehmigung
«Taizé Instrumental 4» © mit freundlicher Genehmigung der Künstler Taizé
Im November bittet der Heilige Vater besonders für den rechten Gebrauch des Reichtums.
Wir beten um einen rechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.
Zum Abschluss des Heiligen Jahres der Hoffnung sagte Papst Leo am 20. Dezember 2025 bei einer Audienz auf dem Petersplatz:
“Ohne Hoffnung sind wir tot; mit Hoffnung kommen wir ans Licht. Die Hoffnung ist schöpferisch. Sie ist nämlich eine göttliche Tugend, das heißt eine Kraft Gottes, und als solche schafft sie Leben, sie tötet nicht, sondern lässt entstehen und wiedergeboren werden. Das ist wahre Kraft. Was bedroht und tötet, ist keine Kraft: Es ist Überheblichkeit, es ist aggressive Angst, es ist Böses, das nichts hervorbringt. Die Kraft Gottes lässt Leben entstehen. Deshalb möchte ich Ihnen abschließend sagen: Hoffen heißt Leben schaffen.
Der heilige Paulus schreibt an die Christen in Rom etwas, das uns zum Nachdenken anregt: „Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt.“ Das ist ein sehr starkes Bild. Es hilft uns, auf den Schrei der Erde und den Schrei der Armen zu hören und sie in unser Gebet einzuschließen. „Die gesamte“ Schöpfung ist ein Schrei. Aber viele Mächtige hören diesen Schrei nicht: Der Reichtum der Erde liegt in den Händen einiger weniger, sehr weniger, und konzentriert sich ungerechtfertigterweise immer mehr in den Händen derer, die oft nicht auf das Stöhnen der Erde und der Armen hören wollen. Gott hat alle Güter der Schöpfung für alle bestimmt, damit alle daran teilhaben können. Unsere Aufgabe ist es, zu zeugen, nicht zu rauben. Doch im Glauben ist der Schmerz der Erde und der Armen der Schmerz einer Geburt. Gott zeugt immer, Gott schafft immer noch, und wir können mit ihm zeugen, in der Hoffnung. Die Geschichte liegt in den Händen Gottes und derer, die auf ihn hoffen. Es gibt nicht nur diejenigen, die rauben, es gibt vor allem diejenigen, die Leben schaffen. […]
Hoffen heißt Leben schaffen. Hoffen heißt sehen, dass diese Welt zur Welt Gottes wird: die Welt, in der Gott, die Menschen und alle Geschöpfe wieder gemeinsam in der Gartenstadt, dem neuen Jerusalem, wohnen.”
Einige Fragen zu den Haltungen im Alltag
Hoffen heißt Leben schaffen. Reichtum kann genutzt werden, um Leben zu ermöglichen oder zu verhindern. Ich kann das, was ich habe, für andere einsetzen, er kann mein Herz verschließen oder öffnen… Wie setze ich ein, was mir gegeben ist?…
Es geht nicht darum, viel oder wenig zu haben, sondern darum, wie wir das, was wir besitzen, nutzen und wie unser Herz an unseren Besitztümern festhält oder sie loslässt.
Woran hänge ich mein Herz? Was fällt mir schwer, loszulassen?…
Wo kann ich im Alltag das Meine für andere einsetzen, als Mittel, um ihnen zu helfen?…
Im November beten wir mit Papst Leo, um einen rechten Gebrauch des Reichtums, der nicht der Versuchung des Egoismus erliegt und sich immer in den Dienst des Gemeinwohls und der Solidarität mit denen stellt, die weniger haben.
Ich nehme mir einen Augenblick, um auf mein Herz zu schauen – was macht mich eng, was öffnet mich für andere? Welche Menschen unterstützen mich in meinem Alltag mit den Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen?
Ich erinnere mich an die Menschen, die mit ihrem Mittel das Gemeinwohl unterstützen, die mit dem Reichtum, der ihnen geschenkt ist, versuchen Gutes zu tun und das Leben zu fördern.
Ich bete um Herzen, die immer freier werden von Egoismus, Geiz und Habgier.
Um auch im Alltag in der Verbindung zu Gott zu bleiben und das Gebetsanliegen des Papstes wachzuhalten, kann mir die App Click To Pray eine Hilfe sein.
Zum Abschluss meines Gebetes bete ich das Gebet des Monats.
Gebet des Monats
Herr des Lebens,
alles, was wir haben, kommt von Dir:
die fruchtbare Erde, die empfangenen Talente,
die Arbeit derer, die vor uns gelebt haben.
Nichts ist nur unser Besitz – alles ist geteiltes Geschenk.
Doch so oft, Herr, lassen wir zu,
dass gewünschter oder erlangter Reichtum unser Herz verhärtet,
uns in Egoismus einschließt
und uns die Schwächsten vergessen lässt.
Vergib uns, wo wir gehortet statt geteilt haben,
wo wir Güter als Macht benutzt haben und nicht als Dienst.
Du erinnerst uns daran,
dass der wahre Reichtum nicht darin liegt, was wir behalten,
sondern in dem, was wir aus Liebe schenken.
Ein freies Herz verwandelt die Welt:
es öffnet Wege der Gerechtigkeit,
es bricht Mauern der Gleichgültigkeit,
es sät Hoffnung unter den Armen.
Wir bitten Dich, Herr,
dass Dein Geist uns lehre, das, was wir haben –
Geld, Zeit, Talente und Möglichkeiten –
als Werkzeuge der Geschwisterlichkeit zu gebrauchen.
Dass jede wirtschaftliche, familiäre oder gemeinschaftliche Entscheidung
aus einem freien Herzen entspringt,
das erkennt, dass alles Gut gemeinschaftlich ist
und dass wir nur im Teilen Zukunft bauen.
Mach uns zu Zeuginnen und Zeugen eines Reichtums,
der zu Dienst und Barmherzigkeit wird,
damit unser Leben, verbunden mit dem Leben der anderen,
ein Zeichen Deines Reiches der Gerechtigkeit und des Friedens sei.
Amen.