Für alle, die eine Gemeinde leiten

Mit dem Magnificat lobt Maria die Größe Gottes und die Gnade, die ihr durch die Botschaft des Engels zuteilt wird. Maria besucht ihre Cousine Elisabeth. Und in der Begegnung freuen sich nicht nur die beiden Frauen, die beide so überraschend ein Kind empfangen haben, sondern auch die Kindern in ihrem Leib. Johannes hüpft gar vor Freude – und die Mutter beginnt zu singen und Gott zu preisen.

Verbunden mit dem Päpstlichen Werk für geistliche Berufe und allen Menschen, die einfach beten, beginne ich mein Gebet im Namen des Vaters und des Sohnes, und des Heiligen Geistes. Amen.

In der Regel des heiligen Benedikt, nach der Benediktinerklöster weltweit leben, gibt es ein eigenes Kapitel über die Aufnahme von Gästen. In diesem Kapitel 53 heißt es unter anderem: „Alle Fremden, die kommen, sollen aufgenommen werden wie Christus. (…) Sobald ein Gast gemeldet wird, sollen ihm daher der Obere und die Brüder mit dienstbereiter Liebe entgegeneilen.“ Der Abschnitt endet mit dem Auftrag: „Vor allem bei der Aufnahme von Armen und Fremden zeige man besondere Sorge – denn besonders in ihnen wird Christus aufgenommen.“
Diese Regel wurde zwar viele Jahrhunderte nach dem im heutigen Evangelium beschriebenen Besuch Marias bei Elisabet verfasst – doch die Parallele ist deutlich: Elisabet erkennt in ihrer Besucherin Maria, dass Christus selbst zu ihr kommt.
In diesem Monat richten wir unseren Blick besonders auf diejenigen, die eine Gemeinde leiten. Was Benedikt seiner Gemeinschaft ans Herz legt, gilt auch in der heutigen Lesung und im Evangelium – und zwar für alle, die leiten: Gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Denn in jedem Menschen – ob fremd oder vertraut – kann Christus uns begegnen.

Herr Jesus Christus, du bist der Gast, der an unsere Tür klopft. Du kommst zu uns in den Menschen, denne wir begegnen. Dich bitten wir:

Für alle, die in unseren Gemeinden Verantwortung tragen: dass sie ihre
Aufgabe mit Hingabe und gastfreundlichem Herzen erfüllen.

Für alle, die du zum priesterlichen oder geweihten Leben berufst: dass sie den Mut haben, deiner Stimme zu folgen, und Menschen finden, die sie auf diesem Weg begleiten.

Für die Armen und Fremden, die oft unbeachtet bleiben: dass wir ihnen mit Offenheit, in Würde und echter Anteilnahme begegnen.

Für unsere Gemeinden: dass sie Orte der Gastfreundschaft und des Willkommenseins für alle Menschen sind.

Für unsere Verstorbenen: dass sie nun für immer bei dir Heimat finden.

Abschlussgebet
Wir beugen die Knie vor dir, unserem Schöpfer,
der du ein Freund bist von allem, was lebt.
Wandle unsere Armut durch deinen Reichtum, und lass unseren Glauben
an Kraft und Stärke zunehmen.
A: Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, wohne Du in unseren Herzen.
In deiner Liebe verwurzelt und allein auf sie gegründet,
lass uns deiner Zuwendung vertrauen, die ohne Maß ist
und alle Erkenntnis übersteigt.
Der du in uns viel mehr tun kannst,
als wir erbitten oder uns ausdenken können, lass uns dich in allen Generationen
anbeten und verherrlichen.
Vor hundert Jahren hast du dir unsere Gebetsgemeinschaft geformt. In dankbarer Freude preisen wir deine Güte und Treue.

A: Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, …
Wir rufen zu dir in liebender Sorge um dein Volk, dem du Hirten versprochen hast.
Die Not ist groß,
Glaube und Frieden schwinden. Erwecke Frauen und Männer als Diener deiner Kirche.
Entzünde in vielen jungen Menschen den Wunsch, in allem dich zu suchen und zu lieben.

A: Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, …
Du selbst formst das Lob unserer Münder und Herzen, und es ist unsere Freude, dass wir dir danken dürfen. Segne dein Volk,
segne alle die in deinem Dienst stehen und lass uns dich preisen,
bis wir dich schauen in Ewigkeit. Amen.

A: Ewiger Christus, Hirt deiner Kirche, …