Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Kaum sind die Worte Jesu über wandernde, unreine Geister verklungen, wird mir bewusst, wie schnell sie Wirklichkeit werden können. Ich stelle mir vor, wie ich aus dem Gottesdienst komme. Das Wort Gottes, der Gesang, das Gebet, der Empfang des Sakraments, die Gemeinschaft; ein Gefühl, für einen Moment das Göttliche wirklich berührt zu haben. Froh und inspiriert gehe ich durch die Straße. Doch da fällt es mir ein: Die Predigt hat wieder über fünfzehn Minuten gedauert. Die Kantorin, überlege ich, war auch schon einmal reiner im Ton. Und die Ministranten: Zu meiner Zeit hätte man so lange geübt, bis die Abläufe saßen. Auch die Organistin, denke ich mir, könnte etwas mehr üben. Ein ganzes Paket kritischer Gedanken hat sich angesammelt, kaum dass ich die Kirchentür hinter mir geschlossen habe. Und die fröhliche, inspirierte Stimmung ist bereits einer stillen Abrechnung gewichen. Und sie gleichen Dämonen, die mein Herz in Besitz nehmen.

(Reflexionsfrage 1)
Wie rasch lasse ich mich von negativen Gedanken und Beurteilungen in Besitz nehmen?

(Reflexionsfrage 2)
Wie gelingt es mir im Alltag, mit Negativität, übermäßiger Kritik oder oberflächlichen Beurteilungen umzugehen, sei es von mir selbst oder von anderen?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf das Verhalten der unreinen Geister.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.