Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Jesus kehrt zurück an einen vertrauten Ort: die Synagoge seiner Heimatstadt, in der er schon als Kind mit Maria, Josef und seinen Geschwistern betete. Hier hatte er gesessen, gelauscht, gelernt – ein Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der Bildung, das geistige Zentrum des Dorfes. Die Sonne wirft Licht durch die schmalen Fenster, Staub tanzt in der Luft. Alte Männer sitzen wie eh und je auf den steinernen Stufen, ihre Gesichter von Leben und Jahren gezeichnet.
Sie erkennen ihn sofort – den Jungen von einst, den Sohn des Zimmermanns. Doch was sie nun hören, irritiert sie: Worte voller Autorität, Klarheit und Tiefe. Sie staunen, aber ihr Staunen kippt rasch in Ablehnung. Missgunst breitet sich aus. Ein Prophet? Unvorstellbar! Sie kennen doch seine Herkunft – einfach, unbedeutend, wie ihre eigene. Und doch scheinen seine Worte etwas aufzurütteln, etwas zu fordern.

Aus dem sicheren Gefühl der Überlegenheit heraus verschließen sie ihre Herzen. Es entsteht keine echte Begegnung – nur Abwehr und Ablehnung. So bleibt der Ort, der eigentlich Verbindung schaffen sollte, ein Ort der Trennung.

(Reflexionsfrage 1)
Wo lehne ich Neues oder Unbekanntes ab, weil es meiner gewohnten Sichtweise widerspricht? Wie habe ich mich dabei gefühlt?

(Reflexionsfrage 2)
In welchen Momenten fällt es mir schwer, Veränderungen, neue Ideen und andere Menschen in meinem Umfeld zu akzeptieren, und warum?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf das Selbstverständnis Jesu, mit dem er in die Synagoge eintritt.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.