Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Nachts auf dem See. Die Jünger rudern seit Stunden gegen den Wind an. Erschöpft, orientierungslos. Das alte Ufer längst verschwunden, das neue noch nicht in Sicht. Warum hat er sie allein losgeschickt? Dann, im Morgengrauen: eine Gestalt auf dem Wasser. Ihr erster Impuls: Panik. Die Stimme durchbricht ihre Angst: «Ich bin’s.»
Er steigt ins Boot. Der Wind hört auf. Diese plötzliche Stille nach stundenlangem Kampf. Erleichterung. Geborgenheit.
Und doch bleiben bei den Jüngern Vorbehalte zurück. Wirklich glauben – sich fallenlassen, vertrauen – das gelingt noch nicht. Es ist unendlich schwer, Kontrolle abzugeben.
Aber er bleibt bei ihnen. Lässt sie nicht allein. Gemeinsam erreichen sie das andere Ufer.

(Reflexionsfrage 1)
Jesus trennt sich von seinen Jüngern. Bei hereinbrechender Dunkelheit steigen sie allein ins Boot. Wann und wo habe ich Gott als abwesend erlebt?

(Reflexionsfrage 2)
Die Stichworte «vorübergehen» und «ich bin’s» sind Anspielungen auf den Auszug aus Ägypten und die Zusage Gottes, sein Volk zu befreien. Inwiefern könnte ich heute aus alten Gewohnheiten «ausziehen» - hinein in eine neue Freiheit?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf den Satz: «Und er stieg zu ihnen ins Boot, und der Wind legte sich.»
Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.
So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.