Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Ich lehne mich gegen einen hitzigen Felsen am Wegrand, der Staub von vorbeiziehenden Tieren mit ihren Lasten auf dem Rücken sitzt auf meinen bestickten Gewändern. Ich kaufe bei einem vorbeiziehenden Händler süße Feigen – der Duft von geröstetem Korn mischt sich mit dem Schweiß der Menschen. Jesu Stimme durchdringt das Gemurmel der Menge, als er von dem reichen Mann in Purpur erzählt, und ich grinse leicht in mich hinein. Aber dann spricht er von Lazarus, dessen Geschwüre die Hunde lecken, und ein bitterer Nachgeschmack der süßen Feige in meinem Mund bleibt auf meiner Zunge – heute morgen noch habe ich den Bettler vor meiner Tür abgewiesen, ohne einen Krümel zu geben. Als Jesus von der Qual in der Unterwelt redet, spüre ich, wie ich unwillkürlich nach meinem Geldbeutel unter dem Gewand greife, und ein kalter Schauer läuft mir den Rücken hinunter, obwohl die Sonne brennt.

(Reflexionsfrage 1)

Wo baue ich auf falsche, d.h. materielle Sicherheiten im Leben?

(Reflexionsfrage 2)

Wo kann ich mich befreien vom trügerischen Reichtum?

(Vorbereitung zweites Hören)

Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf Jesus, der auf den ersten Blick moralisch klingt, dahinter aber die Freiheit des Menschen ermöglichen will.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.