Reflexion
Beten mit der Schöpfung – Zwei Lebensmodelle
Diese Betrachtung will aufzeigen, dass in der Nachfolge Jesu innere Haltungen und äußere Handlungen zusammenhängen. Sie lädt dazu ein, die je eigene Weise zu entwickeln, auf Jesu Ruf zu antworten. Diese Betrachtung besteht aus zwei Teilen.
Ich nehme mir einen Augenblick Zeit, um in meinem Leib, im Hier und Jetzt anzukommen.
Ich richte mich innerlich aus und beginne dieses Gebet:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
„Gott, diese Zeit des Gebets will ich dir allein schenken. Gib, dass ich mit allem, was jetzt in mir lebendig ist, ganz auf dich ausgerichtet sei. Zeig mir, wie ich ungute Dynamiken in mir erkennen und ablegen kann und immer mehr das wahre Leben wählen kann, das du mir schenken willst. Amen.“
Als Erstes stelle ich mir einen luxuriösen Ort vor, der für sehr großen Reichtum und außerordentliche Macht steht. Auf einem Stuhl sitzt ein Mensch, eine berühmte Person, die für mich ein Negativbeispiel von Geld, Bestätigungssucht und Arroganz ist. Ich wähle eine existierende oder erfundene Person und stelle sie mir vor.
Dieser Mensch hält eine flammende Rede und will andere auf seine Seite ziehen. Sie sollen seine Handlanger werden und möglichst viele weitere Menschen manipulieren, damit er seine Macht und seinen Reichtum weiter ausbauen kann. Ich stelle mir die Rede vor, die er hält, und wie er seine Anhänger anstachelt, dass auch sie Geld und Berühmtheit anstreben und sich selbst zum Maß aller Dinge machen sollen. Ich schaue auf die Anziehungskraft, die diese Person hat und wie viele ihr folgen. Wie sie ihr Verhalten immer mehr ändern und sich ihr Charakter dabei verschlechtert.
Nun schaue ich auf die Welt und auf den Schaden, den diese Haltung anrichtet. Auf die Trennung zwischen Menschen, die entsteht, weil die anderen als Konkurrenten betrachtet werden, bis hin zur Feindseligkeit. Auf Ungerechtigkeit, Gleichgültigkeit und Gewalt als Folge von Egoismus. Auf Umweltschäden, den Klimawandel und das Artensterben als Folge von Ideologien, die die Gaben der Schöpfung als reine Verfügungsmasse betrachten.
Als Zweites stelle ich mir nun einen angenehmen Ort vor, schlicht, aber schön. Ein Ort, an dem ich gerne Zeit verbringe und der mich zur Ruhe kommen lässt – vielleicht gibt es diesen Ort wirklich, vielleicht möchte ich mir einen ausdenken.
Dort sitzt Jesus auf einem Stuhl und redet zu einer Gruppe von Menschen. Er ist einfach gekleidet, schaut die anderen aufmerksam an, spricht klar und mit Bedacht. Ich stelle mir vor, wie er seine Zuhörerinnen und Zuhörer dazu einlädt, freiwillige Armut zu wählen, also bewusste Genügsamkeit sowie Nähe zu den Menschen an den Rändern. Er spricht vom tiefen Angenommensein von Gott, das frei macht von der permanenten Bestätigung durch die Menschen. Und von der Demut, die darin besteht, sich nicht selbst zu erhöhen, sondern seine Gaben für andere einzusetzen. Er weist darauf hin, dass das eine anspruchsvolle und anstrengende Lebensweise ist, die aber zutiefst sinnvoll ist und glücklich macht.
Am Ende fragt Jesus: Wer von euch möchte mir auf diesem Weg der Armut, der Gottesnähe und der Demut folgen? Ich schaue darauf, wie immer mehr Menschen Ja sagen und sich Jesus anschließen. Wie er sie geduldig ausbildet und sich ihr Charakter und ihr Verhalten dabei nach und nach ändern. Wie Jesus sie aussendet in die Welt, um Gutes zu tun und vorhandene Schäden und Wunden zu heilen. Wie sich die Verbundenheit untereinander ausbreitet, sowie Respekt und Zusammenarbeit für das Gute. In zwischenmenschlichen Beziehungen. In den Gemeinschaften, in der Politik. Und in der ganzen Schöpfung. Ich stelle mir vor, wie ein ganzes Netzwerk von liebevollen Menschen die Erdoberfläche überzieht und zur Heilung der Welt beiträgt.
Wie ist es bei mir selbst? Kenne ich die dunkle Faszination von Reichtum, Bestätigungssucht und Selbsterhöhung? Sowie den Ruf in Richtung Armut, Gottesnähe und Demut? Habe ich diese beiden Dynamiken schon einmal in mir gespürt? Wenn ja, wann und wo war das?
Was sind meine besonderen Talente und Gaben? Wie möchte ich sie einbringen für die Vision, die Christus vorschlägt?
Was könnte ein erster Schritt sein, den ich kommende Woche auf dem Weg meiner Berufung verwirklichen könnte? Das kann etwas sehr Kleines, aber Konkretes sein.
Ich komme abschließend mit Jesus ins Gespräch. Vielleicht will ich ihm für seinen Ruf danken und um seine Gnade bitten auf meinem weiteren Weg. Oder ihm alles andere anvertrauen, das mir jetzt auf dem Herzen liegt.
Verbunden mit allen Menschen, die einfach beten, spreche ich das Vater unser: Vater unser.
Diese Betrachtung will aufzeigen, dass in der Nachfolge Jesu innere Haltungen und äußere Handlungen zusammenhängen. Sie lädt dazu ein, die je eigene Weise zu entwickeln, auf Jesu Ruf zu antworten. Diese Betrachtung besteht aus zwei Teilen.
Ich nehme mir einen Augenblick Zeit, um in meinem Leib, im Hier und Jetzt anzukommen.
Ich richte mich innerlich aus und beginne dieses Gebet:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
„Gott, diese Zeit des Gebets will ich dir allein schenken. Gib, dass ich mit allem, was jetzt in mir lebendig ist, ganz auf dich ausgerichtet sei. Zeig mir, wie ich ungute Dynamiken in mir erkennen und ablegen kann und immer mehr das wahre Leben wählen kann, das du mir schenken willst. Amen.“
Als Erstes stelle ich mir einen luxuriösen Ort vor, der für sehr großen Reichtum und außerordentliche Macht steht. Auf einem Stuhl sitzt ein Mensch, eine berühmte Person, die für mich ein Negativbeispiel von Geld, Bestätigungssucht und Arroganz ist. Ich wähle eine existierende oder erfundene Person und stelle sie mir vor.
Dieser Mensch hält eine flammende Rede und will andere auf seine Seite ziehen. Sie sollen seine Handlanger werden und möglichst viele weitere Menschen manipulieren, damit er seine Macht und seinen Reichtum weiter ausbauen kann. Ich stelle mir die Rede vor, die er hält, und wie er seine Anhänger anstachelt, dass auch sie Geld und Berühmtheit anstreben und sich selbst zum Maß aller Dinge machen sollen. Ich schaue auf die Anziehungskraft, die diese Person hat und wie viele ihr folgen. Wie sie ihr Verhalten immer mehr ändern und sich ihr Charakter dabei verschlechtert.
Nun schaue ich auf die Welt und auf den Schaden, den diese Haltung anrichtet. Auf die Trennung zwischen Menschen, die entsteht, weil die anderen als Konkurrenten betrachtet werden, bis hin zur Feindseligkeit. Auf Ungerechtigkeit, Gleichgültigkeit und Gewalt als Folge von Egoismus. Auf Umweltschäden, den Klimawandel und das Artensterben als Folge von Ideologien, die die Gaben der Schöpfung als reine Verfügungsmasse betrachten.
Als Zweites stelle ich mir nun einen angenehmen Ort vor, schlicht, aber schön. Ein Ort, an dem ich gerne Zeit verbringe und der mich zur Ruhe kommen lässt – vielleicht gibt es diesen Ort wirklich, vielleicht möchte ich mir einen ausdenken.
Dort sitzt Jesus auf einem Stuhl und redet zu einer Gruppe von Menschen. Er ist einfach gekleidet, schaut die anderen aufmerksam an, spricht klar und mit Bedacht. Ich stelle mir vor, wie er seine Zuhörerinnen und Zuhörer dazu einlädt, freiwillige Armut zu wählen, also bewusste Genügsamkeit sowie Nähe zu den Menschen an den Rändern. Er spricht vom tiefen Angenommensein von Gott, das frei macht von der permanenten Bestätigung durch die Menschen. Und von der Demut, die darin besteht, sich nicht selbst zu erhöhen, sondern seine Gaben für andere einzusetzen. Er weist darauf hin, dass das eine anspruchsvolle und anstrengende Lebensweise ist, die aber zutiefst sinnvoll ist und glücklich macht.
Am Ende fragt Jesus: Wer von euch möchte mir auf diesem Weg der Armut, der Gottesnähe und der Demut folgen? Ich schaue darauf, wie immer mehr Menschen Ja sagen und sich Jesus anschließen. Wie er sie geduldig ausbildet und sich ihr Charakter und ihr Verhalten dabei nach und nach ändern. Wie Jesus sie aussendet in die Welt, um Gutes zu tun und vorhandene Schäden und Wunden zu heilen. Wie sich die Verbundenheit untereinander ausbreitet, sowie Respekt und Zusammenarbeit für das Gute. In zwischenmenschlichen Beziehungen. In den Gemeinschaften, in der Politik. Und in der ganzen Schöpfung. Ich stelle mir vor, wie ein ganzes Netzwerk von liebevollen Menschen die Erdoberfläche überzieht und zur Heilung der Welt beiträgt.
Wie ist es bei mir selbst? Kenne ich die dunkle Faszination von Reichtum, Bestätigungssucht und Selbsterhöhung? Sowie den Ruf in Richtung Armut, Gottesnähe und Demut? Habe ich diese beiden Dynamiken schon einmal in mir gespürt? Wenn ja, wann und wo war das?
Was sind meine besonderen Talente und Gaben? Wie möchte ich sie einbringen für die Vision, die Christus vorschlägt?
Was könnte ein erster Schritt sein, den ich kommende Woche auf dem Weg meiner Berufung verwirklichen könnte? Das kann etwas sehr Kleines, aber Konkretes sein.
Ich komme abschließend mit Jesus ins Gespräch. Vielleicht will ich ihm für seinen Ruf danken und um seine Gnade bitten auf meinem weiteren Weg. Oder ihm alles andere anvertrauen, das mir jetzt auf dem Herzen liegt.
Verbunden mit allen Menschen, die einfach beten, spreche ich das Vater unser: Vater unser.