Reflexion
Beten mit der Schöpfung – Betrachtung zur Erlangung der Hoffnung (Ad spem)
Diese Betrachtung will helfen, sich im Alltag in einer hoffnungsvollen Haltung zu verwurzeln.
Hoffnung hat mehr mit dem Handeln als mit dem Reden zu tun.
In christlicher Perspektive besteht die Hoffnung im gemeinsamen Handeln aus Liebe, bei dem neue und gute Möglichkeiten entstehen. Dabei geht die Initiative immer von der Gemeinschaft der Heiligen Dreifaltigkeit aus, die durch den Heiligen Geist unter uns wirkt. Unser Glück besteht darin, in freier Initiative zu antworten, indem wir uns vertrauensvoll und kreativ in Gottes Handeln einklinken. Diese Betrachtung hat vier Teile.
Ich nehme mir einen Augenblick Zeit, um in meinem Leib, im Hier und Jetzt anzukommen.
Ich richte mich innerlich aus und beginne dieses Gebet:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
„Gott, diese Zeit des Gebets will ich dir allein schenken. Gib, dass ich mit allem, was jetzt in mir lebendig ist, ganz auf dich ausgerichtet sei. Lass mich dankbar erkennen, dass dein Handeln das Angesicht der Erde erneuert durch deinen Geist. Gib mir diesen Geist, damit ich mich freudig an deinem Wirken beteilige. Amen.“
Als Erstes gehe ich innerlich meine eigene Lebensgeschichte durch. Welche Hoffnungsspuren, welche neuen Aufbrüche habe ich erlebt? Wie hat sich Gott darin gezeigt?
Zunächst stelle ich mir meine eigene Geburt vor. Wie war diese Geburt wohl? Seitdem bin ich in dieser Welt. Wie ist es, am Leben zu sein, zu atmen, mit anderen Menschen und mit der Schöpfung in Beziehung zu sein? Gab es schöne Momente in meiner Kindheit, an die ich gerne zurückdenke?
Indem ich meine Lebensgeschichte durchgehe, frage ich mich: Wann und wie habe ich den Glauben entdeckt? Welche Menschen, welche Begegnungen waren dafür wichtig?
Gott hat mir bestimmte Gaben und Talente geschenkt und ich tue manche Dinge besonders gerne. Mit bestimmten Menschen und Geschöpfen Zeit zu verbringen, macht mir Freude. Kurzum: Ich habe eine Berufung in dieser Welt. Welche bewussten Entscheidungen haben mein Leben geprägt? Gab es Momente des Neuaufbruchs? Wie habe ich diese erlebt?
Wenn ich möchte, kann ich Gott für bestimmte Hoffnungsspuren in meinem Leben danken und ihm sagen, wie ich darauf antworten möchte.
Als Zweites richte ich mein inneres Auge auf die ganze Schöpfung. Vielleicht denke ich dabei an einen bestimmten Ort in der Natur, an dem ich mich gerne aufgehalten habe oder aufhalte. Ich stelle mir vor, wie Gott die Schöpfung jeden Moment erneuert. Er schenkt allen Dingen das Dasein, den Pflanzen wachsendes Leben, den Tieren sinnliches Fühlen. Den Menschen schenkt er geistige Einsicht, Fähigkeit zu Liebe, Hingabe und Zusammenarbeit mit anderen. Ich schaue auch darauf, wie Gott in allem stetig Erneuerung und Neubeginn schenkt.
Ich betrachte, wie Gott die Schöpfung trotz der menschlichen Zerstörung Sekunde um Sekunde trägt. Wie Blumen in Kriegsruinen aufblühen. Wie Wildtiere verlassene Gebiete zurückerobern. Verschmutzte Gewässer wieder rein und klar werden. Und wie Wunden von Menschen heilen und vernarben und zu Quellen von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden werden.
Und ich erinnere mich, wie Gott auch mich jeden Morgen neu macht, mich heilt und heiligt, in mir wohnt.
Wenn ich möchte, kann ich Gott für sein erneuerndes Wirken in der Schöpfung danken und ihm sagen, wie ich mit meinem Leben darauf antworten möchte.
Als Drittes schaue ich auf Gottes Wirken in anderen Menschen und Geschöpfen der Erde.
Denn Gott ist wie ein Künstler, der keine Mühen scheut, um mich anzusprechen und zu inspirieren. In meinen zahlreichen Begegnungen erschafft er mir ständig neue Möglichkeiten, meine Berufung in der Welt zu leben. Er will mein Herz bewegen und mich immer wieder zum Aufbruch, zur Liebe und zur Hoffnung führen.
Ich schaue auf die, die mich wertschätzen oder mir Fürsorge geschenkt haben. Sowie auf inspirierende Personen in meinem Umfeld oder in der Öffentlichkeit, die mich prägen und für die ich dankbar bin.
Ich schaue auf die, die ich liebe und um die ich mich gesorgt habe oder sorge, die meine guten Seiten zum Vorschein gebracht haben. Besonders arme, unterdrückte, leidende Menschen oder Geschöpfe, mit denen ich in Kontakt bin. Ich darf darauf vertrauen: Wenn ich ihnen nahe bin, dann bin ich dem gekreuzigten Christus nahe.
Ich blicke auf positive menschliche Initiativen oder Aufbrüche, von denen ich weiß und die mich bewegen. Seien es religiöse, politische, künstlerische oder sonstige Initiativen, die etwas von meiner Begeisterung wecken. Nichts in der Welt ist vollkommen. Aber ich darf gewiss sein: Hinter allem Guten, das in der Welt geschieht, steckt Gottes Geist.
Wenn ich möchte, kann ich Gott für sein Wirken durch andere Menschen und Geschöpfe danken und ihm sagen, wie ich mit meinem Leben darauf antworten will.
Als Viertes schaue ich auf Jesus.
Ich betrachte den auferstandenen Christus: Aus seinen Wunden strömt Licht und erhellt die ganze Schöpfung.
Er lächelt mich an und seine Freude strömt über.
Ich mache mir bewusst, dass all meine Hoffnung, meine Liebeskraft, meine Fähigkeiten und mein Ausstrecken nach einem Wandel ein Abglanz sind von seiner Hoffnung und Liebeskraft; ein Abglanz seines Geistes und kosmischen Leibes, seines Ausstreckens darauf hin, einst alles in allem zu sein. Dass er mich im Schauen auf ihn geduldig wandelt.
Wenn ich möchte, kann ich Gott für sein Angebot der Hoffnung und der Liebe danken und ihm sagen, wie ich mit meinem Leben darauf antworten will.
Mit einem Gebet, das meinen Mut und Wunsch nach Hoffnung ausdrückt, beende ich meine Gebetszeit:
Nimm, Herr, und empfange meinen Wunsch, Gutes zu tun,
meine Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden und Heilung der Schöpfung,
all meine Zeit, meinen Besitz, meine Möglichkeiten, Gaben und Talente.
Du hast sie mir gegeben, Dir gebe ich sie zurück. Alles ist Dein, verfüge allein nach Deinem Willen. Gib mir nur Deine Liebe und Hoffnung. Das ist mir genug.
Amen.
Diese Betrachtung will helfen, sich im Alltag in einer hoffnungsvollen Haltung zu verwurzeln.
Hoffnung hat mehr mit dem Handeln als mit dem Reden zu tun.
In christlicher Perspektive besteht die Hoffnung im gemeinsamen Handeln aus Liebe, bei dem neue und gute Möglichkeiten entstehen. Dabei geht die Initiative immer von der Gemeinschaft der Heiligen Dreifaltigkeit aus, die durch den Heiligen Geist unter uns wirkt. Unser Glück besteht darin, in freier Initiative zu antworten, indem wir uns vertrauensvoll und kreativ in Gottes Handeln einklinken. Diese Betrachtung hat vier Teile.
Ich nehme mir einen Augenblick Zeit, um in meinem Leib, im Hier und Jetzt anzukommen.
Ich richte mich innerlich aus und beginne dieses Gebet:
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
„Gott, diese Zeit des Gebets will ich dir allein schenken. Gib, dass ich mit allem, was jetzt in mir lebendig ist, ganz auf dich ausgerichtet sei. Lass mich dankbar erkennen, dass dein Handeln das Angesicht der Erde erneuert durch deinen Geist. Gib mir diesen Geist, damit ich mich freudig an deinem Wirken beteilige. Amen.“
Als Erstes gehe ich innerlich meine eigene Lebensgeschichte durch. Welche Hoffnungsspuren, welche neuen Aufbrüche habe ich erlebt? Wie hat sich Gott darin gezeigt?
Zunächst stelle ich mir meine eigene Geburt vor. Wie war diese Geburt wohl? Seitdem bin ich in dieser Welt. Wie ist es, am Leben zu sein, zu atmen, mit anderen Menschen und mit der Schöpfung in Beziehung zu sein? Gab es schöne Momente in meiner Kindheit, an die ich gerne zurückdenke?
Indem ich meine Lebensgeschichte durchgehe, frage ich mich: Wann und wie habe ich den Glauben entdeckt? Welche Menschen, welche Begegnungen waren dafür wichtig?
Gott hat mir bestimmte Gaben und Talente geschenkt und ich tue manche Dinge besonders gerne. Mit bestimmten Menschen und Geschöpfen Zeit zu verbringen, macht mir Freude. Kurzum: Ich habe eine Berufung in dieser Welt. Welche bewussten Entscheidungen haben mein Leben geprägt? Gab es Momente des Neuaufbruchs? Wie habe ich diese erlebt?
Wenn ich möchte, kann ich Gott für bestimmte Hoffnungsspuren in meinem Leben danken und ihm sagen, wie ich darauf antworten möchte.
Als Zweites richte ich mein inneres Auge auf die ganze Schöpfung. Vielleicht denke ich dabei an einen bestimmten Ort in der Natur, an dem ich mich gerne aufgehalten habe oder aufhalte. Ich stelle mir vor, wie Gott die Schöpfung jeden Moment erneuert. Er schenkt allen Dingen das Dasein, den Pflanzen wachsendes Leben, den Tieren sinnliches Fühlen. Den Menschen schenkt er geistige Einsicht, Fähigkeit zu Liebe, Hingabe und Zusammenarbeit mit anderen. Ich schaue auch darauf, wie Gott in allem stetig Erneuerung und Neubeginn schenkt.
Ich betrachte, wie Gott die Schöpfung trotz der menschlichen Zerstörung Sekunde um Sekunde trägt. Wie Blumen in Kriegsruinen aufblühen. Wie Wildtiere verlassene Gebiete zurückerobern. Verschmutzte Gewässer wieder rein und klar werden. Und wie Wunden von Menschen heilen und vernarben und zu Quellen von Versöhnung, Gerechtigkeit und Frieden werden.
Und ich erinnere mich, wie Gott auch mich jeden Morgen neu macht, mich heilt und heiligt, in mir wohnt.
Wenn ich möchte, kann ich Gott für sein erneuerndes Wirken in der Schöpfung danken und ihm sagen, wie ich mit meinem Leben darauf antworten möchte.
Als Drittes schaue ich auf Gottes Wirken in anderen Menschen und Geschöpfen der Erde.
Denn Gott ist wie ein Künstler, der keine Mühen scheut, um mich anzusprechen und zu inspirieren. In meinen zahlreichen Begegnungen erschafft er mir ständig neue Möglichkeiten, meine Berufung in der Welt zu leben. Er will mein Herz bewegen und mich immer wieder zum Aufbruch, zur Liebe und zur Hoffnung führen.
Ich schaue auf die, die mich wertschätzen oder mir Fürsorge geschenkt haben. Sowie auf inspirierende Personen in meinem Umfeld oder in der Öffentlichkeit, die mich prägen und für die ich dankbar bin.
Ich schaue auf die, die ich liebe und um die ich mich gesorgt habe oder sorge, die meine guten Seiten zum Vorschein gebracht haben. Besonders arme, unterdrückte, leidende Menschen oder Geschöpfe, mit denen ich in Kontakt bin. Ich darf darauf vertrauen: Wenn ich ihnen nahe bin, dann bin ich dem gekreuzigten Christus nahe.
Ich blicke auf positive menschliche Initiativen oder Aufbrüche, von denen ich weiß und die mich bewegen. Seien es religiöse, politische, künstlerische oder sonstige Initiativen, die etwas von meiner Begeisterung wecken. Nichts in der Welt ist vollkommen. Aber ich darf gewiss sein: Hinter allem Guten, das in der Welt geschieht, steckt Gottes Geist.
Wenn ich möchte, kann ich Gott für sein Wirken durch andere Menschen und Geschöpfe danken und ihm sagen, wie ich mit meinem Leben darauf antworten will.
Als Viertes schaue ich auf Jesus.
Ich betrachte den auferstandenen Christus: Aus seinen Wunden strömt Licht und erhellt die ganze Schöpfung.
Er lächelt mich an und seine Freude strömt über.
Ich mache mir bewusst, dass all meine Hoffnung, meine Liebeskraft, meine Fähigkeiten und mein Ausstrecken nach einem Wandel ein Abglanz sind von seiner Hoffnung und Liebeskraft; ein Abglanz seines Geistes und kosmischen Leibes, seines Ausstreckens darauf hin, einst alles in allem zu sein. Dass er mich im Schauen auf ihn geduldig wandelt.
Wenn ich möchte, kann ich Gott für sein Angebot der Hoffnung und der Liebe danken und ihm sagen, wie ich mit meinem Leben darauf antworten will.
Mit einem Gebet, das meinen Mut und Wunsch nach Hoffnung ausdrückt, beende ich meine Gebetszeit:
Nimm, Herr, und empfange meinen Wunsch, Gutes zu tun,
meine Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden und Heilung der Schöpfung,
all meine Zeit, meinen Besitz, meine Möglichkeiten, Gaben und Talente.
Du hast sie mir gegeben, Dir gebe ich sie zurück. Alles ist Dein, verfüge allein nach Deinem Willen. Gib mir nur Deine Liebe und Hoffnung. Das ist mir genug.
Amen.