Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Ich gehe auf einem Weg, der sich länger anfühlt, als er ist.
Der Staub steigt bei jedem Schritt auf, ein feines Grau, das sich auf meine Schuhe legt. Die Luft ist warm, fast träge, als hätte auch sie ihre Hoffnung verloren.
Neben mir gehen zwei Menschen. Sie reden, aber es klingt weniger nach Gespräch
als nach Erinnerung – an das, was gewesen ist, und an das, was nicht mehr möglich scheint.
Man spürt, wie schwer Hoffnung werden kann, wenn sie enttäuscht wurde.
Und dann ist da plötzlich noch einer. Er geht einfach mit. Seine Schritte klingen wie die der anderen – und doch wird etwas in mir ruhiger, nur weil er da ist.
Später sitzen wir am Tisch. Ich rieche das Brot. Ich sehe, wie es gebrochen wird.
Ein leises Geräusch – wie ein inneres Aufbrechen.
Und auf einmal wird es hell. Nicht draußen. Sondern in mir.

(Reflexionsfrage 1)
Wo in meinem Leben spüre ich gerade Enttäuschung – vielleicht wie ein stilles Gewicht, das ich mit mir trage? Was in mir ist müde geworden vom Hoffen
und sehnt sich nach neuer Kraft?

(Reflexionsfrage 2)
Was lässt mein Herz wieder warm werden? Vielleicht etwas ganz Kleines:
ein Wort, eine Begegnung, ein Moment von Stille oder Nähe, der mir zeigt: Ich bin nicht allein.

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf den Moment,
in dem sich das Herz der Jünger öffnet und sie erkennen, wer mit ihnen geht.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.