Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Ich sitze etwas abseits, im Schatten einer Mauer, und höre zu. Jesus spricht vom Himmel – und vom Essen. „Ich bin das lebendige Brot“, sagt er. Ein Satz, der zugleich vertraut und doch fremd klingt. Die Menschen um mich herum runzeln die Stirn. Brot kennen sie. Es liegt täglich in ihren Händen. Aber ein Brot, das Leben schenkt – mehr als nur für heute?
Ich beobachte, wie seine Worte tiefer gehen, beinahe körperlich werden: sein Fleisch essen, sein Blut trinken, bleiben. Es ist, als wolle er nicht nur gehört, sondern leiblich aufgenommen werden. Jesus möchte nicht bewundert werden, er möchte Nähe. - Ein Murmeln geht durch die Menge. Manche wenden sich innerlich ab. Zu unverständlich und drastisch ist diese Bildsprache für sie. Und doch bleibt bei vielen etwas, das nachklingt. Eine Einladung, die über den Hunger des Magens hinausreicht. Ich spüre: Hier geht es um ein Leben, das sich teilen lässt – wie Brot. Und das gerade darin nicht weniger, sondern mehr wird.

(Reflexionsfrage 1)
Wo habe ich in meinem Leben Sehnsucht nach mehr Lebendigkeit, Tiefe oder Resonanz in Beziehungen?

(Reflexionsfrage 2)
Was könnte mir helfen, dieser Sehnsucht heute in einem kleinen Schritt mehr Raum zu schenken?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf die Bereitschaft Jesu, sich uns ganz zu schenken, damit wir erfüllt leben können.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.