Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Der Tag neigt sich. Jesus hat sich von der Menge zurückgezogen und steht etwas abseits auf einer Anhöhe. Ich sehe sein Profil gegen den Abendhimmel. Ein warmer Wind streicht über das trockene Gras und trägt den Duft von wildem Thymian herüber. Es ist still geworden, nur Grillen zirpen. Die Jünger halten Abstand, als spürten sie, dass dieser Moment nicht ihnen gehört. Jesus hebt den Blick. Seine Schultern lösen sich, als fiele eine Last von ihm ab. Sein Gesicht verändert sich, wird weich und offen, wie das eines Kindes. Ich stehe nahe genug, um zu hören, wie er leise zu sprechen beginnt. Er spricht nicht zu uns. Er spricht mit jemandem, den im Augenblick nur er sieht.

(Reflexionsfrage 1)
Ich stelle mir vor, wie vertrauensvoll Jesus zu seinem Vater betet. Kenne ich Momente, in denen ich mich so geborgen fühle, dass alles andere für einen Augenblick unwichtig wird?

(Reflexionsfrage 2)
Jesus dankt dem Vater dafür, dass er sich den Unmündigen offenbart. Wann habe ich zuletzt etwas Wichtiges verstanden, nicht weil ich besonders smart, sondern offen für Neues war?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders darauf, wie sich Jesu Stimme verändert, wenn er nicht mehr zu den Menschen, sondern zu seinem Vater spricht.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.