Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Es ist Sabbat. Die Welt liegt still. Kein Hämmern, kein Rufen, kein Knarren von Rädern. Ich gehe mit Jesus und den Jüngern auf einem schmalen Pfad durch die Kornfelder. Die Ähren stehen reif, und wenn ich mit der Hand darüber streife, spüre ich die rauen Körner unter den Fingern. Es riecht nach Humus. Die Sonne brennt, und in meinem Magen knurrt es. Einige der Jünger greifen im Gehen nach den Ähren, reiben sie zwischen den Handflächen und stecken sich die Körner in den Mund. Etwas abseits, am Rand des Feldes, stehen Männer mit verschränkten Armen und beobachten uns. Ihre Blicke sind verkniffen. Einer flüstert den anderen etwas zu.

(Reflexionsfrage 1)
Die Jünger haben Hunger und greifen nach den Ähren, obwohl es am Sabbat in der Regel verboten ist. Kenne ich Situationen, in denen das, was ein Mensch gerade braucht, und das, was die Regel vorschreibt, nicht zusammenpassen?

(Reflexionsfrage 2)
Am Rand des Feldes stehen Männer mit verschränkten Armen. Ertappe ich mich manchmal dabei, andere zu beurteilen, ohne zu fragen, warum sie tun, was sie tun?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf den Satz «Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer» und darauf, was er für mein Handeln bedeutet.

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.