Reflexion

(Schauplatz gestalten)
Ich sitze zwischen den vertrauten Gesichtern der Menschen meines Dorfes und atme den Geruch von Lampenruß. Schon als Kind hörte ich hier die Worte der Torah und die Gesänge.
Da steht er – Jesus, der Sohn Josefs. Ich sehe ihn vor mir, seine Stimme erfüllt den Raum mit einer Autorität, die mich zugleich fasziniert und verwirrt. Ist das wirklich derselbe Mann, den ich noch vor ein paar Jahren mit Holzspänen im Haar durch die Gassen gehen sah? Um mich herum höre ich das aufgeregte Flüstern meiner Nachbarn: „Seine Brüder leben doch hier bei uns!” Neben mir zischt jemand: „Das ist doch der Sohn des Zimmermanns!“ Ein Unbehagen kriecht in mir hoch. Seine Worte klingen wahr, berühren etwas Tiefes in mir – aber kann der Zimmermann von damals wirklich ein Prophet sein? Ich spüre, wie sich mein Herz verschließt, wie eine schwere Tür, die langsam zufällt. Als er uns ansieht, liegt Traurigkeit in seinem Blick, und ich wende meinen Blick beschämt ab. Warum kann ich nicht einfach hören, was er sagt? Warum steht mir das Bild des kleinen Jungen im Weg, den ich zu kennen glaubte?

(Reflexionsfrage 1)
Wo sind in meinem Leben Türen zugefallen? Wage ich das Klopfen Jesu an meiner Tür wahrzunehmen und zu öffnen?

(Reflexionsfrage 2)
Habe ich andere Menschen in Schubladen gepackt und lasse ich sie verschlossen oder bin ich bereit einen neuen Blick auf andere Menschen zu werfen?

(Vorbereitung zweites Hören)
Ich höre die Lesung ein zweites Mal und achte besonders auf den Satz: woher kommt seine Weisheit?

Meine Gedanken und Gefühle mache ich zu einem Gebet und vertraue Gott an, was mich bewegt.

So bitten wir Gott um seinen Segen für das Kommende.
Es segne und begleite uns Gott der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.