Reflexion

Es gibt ein Zuviel an Nachrichten, das mir nicht mehr guttut. Ständig werden sie mir in die Timeline auf einem meiner Bildschirme gespült. Sie können mich in dem Gefühl von Machtlosigkeit gefangen nehmen, mich unsensibel und hart gegenüber dem Leid anderer Menschen machen, weil ich mich abgrenzen möchte von ihnen. Das Gebet kann eine andere Weise sein, mit der Ohnmacht umzugehen.

Schritt 9: Verbunden in der Welt
Ich schließe einen Augenblick lang meine Augen, nehme meinen Körper wahr, den Kontakt den ich zum Boden, vielleicht auch zur Sitzfläche habe. Ich werde ruhig und achte auf mein Herz. Wie bin ich jetzt d a? Was bewegt sich in mir?
Ich öffne mein Herz, öffne meinen Geist für die Gegenwart Jesu. Sein Herz ist offen für mich und für die Welt.

Papst Franziskus hat einmal in einer Botschaft gefragt: „Was können wir tun, um uns nicht in diese Spirale des Schreckens und der Machtlosigkeit hineinziehen zu lassen?” Seine Antwort: Gebet und konkrete Nächstenliebe, in Verbundenheit mit der irdischen und himmlischen Kirche. Wir dürfen nicht der Illusion erliegen, alles alleine schaffen zu müssen. Franziskus fährt fort: „Ein barmherziges Herz zu haben, bedeutet nicht ein kraftloses Herz zu haben. Wer barmherzig sein will, braucht ein starkes, ein festes Herz, das für den Versucher verschlossen, für Gott aber offen ist. Ein Herz, das sich vom Heiligen Geist durchdringen und auf die Wege der Liebe führen lässt, die zu den Brüdern und Schwestern führen. Im Grunde ein armes Herz, das um die eigene Armut weiß und sich für den anderen hingibt. (…) ‘Fac cor nostrum secundum cor tuum – Bilde unser Herz nach deinem Herzen.’ Dann werden wir ein starkes und barmherziges, waches und großmütiges Herz haben, das sich nicht in sich selbst verschließt und nicht in den Schwindel der Globalisierung der Gleichgültigkeit verfällt.”
Weil wir ganz mit dem Herzen Jesu verbunden sind, können wir uns mit ihm im Vertrauen öffnen. Weil wir die Erfahrung gemacht haben, geliebt und vergeben zu werden, und weil wir die tiefe Barmherzigkeit des Herrn für uns erfahren haben, können wir Missionare der Barmherzigkeit werden, Zeugen der Freude des Evangeliums. Ein konkreter Ausdruck dieser Verbundenheit ist das weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes, in dem sich Menschen zur Sendung des Mitgefühls und der Barmherzigkeit für die Welt zusammenschließen, miteinander beten und aktiv werden. In den monatlichen Anliegen des Papstes werden die Herausforderungen unserer Zeit benannt. Material dazu gibt es hier bei einfach beten und in der App und Website von Click To Pray, der offiziellen Gebetsapp des Papstes.

Drei Reflexionsfrage helfen mir, den letzten Schritt auf mein eigenes Leben hin zu vertiefen und mit Jesus in Kontakt zu bleiben. Zu jeder Frage kann ich mir ein paar Notizen machen und mit Jesus Christus darüber in Gespräch kommen.

- Wo erlebe ich Gleichgültigkeit mit Blick auf die Welt?
- Mit wem stehe ich in Verbindung? Welche Gemeinschaft stärkt mir Glaube, Liebe und Hoffnung?
- Für wen möchte ich besonders beten, vielleicht eine Kerze entzünden, und konkret etwas tun? Wer könnte mich dabei unterstützen?

Gebet
Gütiger Vater, ich danke dir, dass du immer bei mir bist.
Vor dir stehe ich in diesem Augenblick. Bringe mein Herz wieder neu in die Nähe des Herzens Jesu, deines Sohnes, der sich für mich hingibt und mir nahekommt in der Eucharistie.
Möge dein Heiliger Geist aus mir seinen Freund und Apostel machen, verfügbar für seine Sendung der Barmherzigkeit.
In Gemeinschaft mit meinen Geschwistern in diesem weltweiten Gebetsnetzwerk lege ich in deine Hände meine Freuden und meine Schwierigkeiten, alles, was ich habe und besitze.
Hilf mir mein Leben jeden Tag neu als Gebet für die Sendung der Kirche und für das monatliche Anliegen des Papstes zu leben.
Amen.
Nach dem morgendlichen Hingabegebet des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes.